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Schwielochsee

Bericht zur IDM Pirat am Schwielochsee

Bericht zur IDM Pirat am Schwielochsee

Vom 17.-21.08.2016 fand die Internationale Deutsche Meisterschaft der Piraten und Ixylon am Schwielochsee statt. Seit 1996, als ich meine erste Opti B Regatta hier absolvierte, sind mir der Verein und das Revier bestens bekannt und ans Herz gewachsen. Auch in den folgenden Jahren sind wir gern zum Schwielochsee gereist, da die Organisation auf dem Wasser und an Land keine Wünsche offenließ. Nachdem die letzte Saison für uns recht aktiv im Bereich „Piraten“ gestartet ist, gestaltet sich das Jahr 2016 etwas schwieriger.

Seit Januar erheitert unser holdes Familienglück nun unsere Mitbewohnerin Romy und neben Hausbau und Minimi verschoben sich die Prioritäten leider etwas. Die IDM stand jedoch fest in unserem Regattaplan, so dass sich unsere vereinseigene Werbellinsee-Regatta als kleine Vorbereitung anbot. Mit großem Interesse verfolgte ich die Meldezahlen für unsere Veranstaltung und nahm wohlwollend zur Kenntnis, dass auch Svenja und Butze sich auf unseren schönen Werbellinsee verirrten. Unsere Segel-Bilanz an dem Wochenende war desaströs, ehrlich gesagt bin ich vom Wasser gekommen, hab mich für die Veranstaltung gefreut, weil die Bedingungen wirklich top waren und unser eigentliches Segel-Leid an der Theke runtergespült.

Irgendwann auf dem Weg zu den Örtlichkeiten, zu fortgeschrittener Stunde, begegnete mir „Butze“, der an dem Wochenende mit Svenja einmal mehr gezeigt hat, wie Piratensegeln geht. Er begrüßte mich herzlich mit den Worten: „Mensch, Du musst doch mal das Segel dicht nehmen und anfangen Höhe zu fahren“ … ja und was soll ich sagen, er traf damit den Nagel auf den Kopf und bohrte nochmal ganz tief in der Wunde, denn das war auch mein Segel-Resümee des Tages. Es entwickelte sich ein interessanter Schnack, der mir aber an Ort und Stelle und zu der Uhrzeit auch nicht weiterhalf. Vielleicht lag es an der Steuertechnik, vielleicht sind wir als Crew zu leicht, vielleicht bin ich auch einfach nicht clever gesegelt…? Zweifel und Änderungsideen hatte ich reichlich. Am Ende war ich aber echt Happy, denn wir haben uns für Dienstag vor der „Deutschen“ am Schwielochsee verabredet und „Butze“ meinte: „Ich zeig Dir dann mal, wie das mit dem Höhe segeln funktioniert“ !

So begann die „Deutsche“ sehr entspannt für uns am Dienstag den 16.08.2016. Am Vormittag habe ich Christian abgeholt, den Bus beladen, ein paar Gewichte aus Vaddi’s Edelstahl-Sammelkiste ausgekramt (man weiß ja nie zwecks Vermessung), das Boot angehangen und auf zum Schwielochsee. Schon hier ist uns aufgefallen, dass alles recht entspannt war, denn Essen, Kühlschrank und all die schönen Sachen brauchten wir nicht. Frühstück hatten wir gebucht und das Abendessen ab Mittwoch war im Meldegeld inklusive, also perfekt!
Kaum angekommen, begrüßte uns Bernd Andersson und wies direkt darauf hin, dass hier zur „Deutschen“ großes Wiegen angesagt ist. Nun denn, für uns war es eine Premiere, aber wir waren ja gut vorbereitet. Die Auswahl des Stellplatzes lief auch gut und so standen wir oben auf dem Gelände in heiterer Gesellschaft neben Svenja und Butze, Magnus und Johannes und der gute Hegi baute auch gleich noch sein Zelt auf.

Nachdem unser Schlafgemach stand, ging es auf zum Boot und direkt zur Vermessung. Die Waage war scharf gestellt, nur das Anhängen gestaltete sich anfangs etwas schwierig, was sich aber letztlich nicht als Problem herausstellte und so sind wir mit 2-3 Kg Übergewicht durch die Vermessung gekommen. Unsere extra mitgebrachten Gewichte konnten wir kurzer Hand an Magnus abgegeben, der kurz davor war, Löcher in sein Boot zu bohren und irgendwelche unnützen Schienen einzubauen. Die Segel gingen am Mittwoch durch die Kontrolle, aber das passte alles noch wie letztes Jahr. Abends hat der Verein dann den Grill angemacht, der Bierwagen wurde getestet und so ließen wir den Abend in kleiner geselliger Runde ausklingen.

Am Mittwoch konnten wir in Ruhe ausschlafen und haben fast das Frühstück verpennt, was aber nicht so schlimm war, denn so fanden wir schon belegte Brötchen vor und der Kaffee wurde extra nochmal neu aufgesetzt, alles zur vollsten Zufriedenheit! Nachdem das mit dem Segeln mangels Wind eher schwierig war, freuten wir uns auf unsere erste Trimmschulung mit Butze. Vielleicht kurz zur Historie – wir haben das Boot übernommen und es fuhr auch gut. Jetzt sind wir aber schon eher eine leichte Crew und ich war der Meinung, dass muss sich ein bisschen ändern. Ja, und das Bisschen war leider alles bisschen doll falsch und endete demnach auch nicht gut. Ehrlich gesagt, habe ich völlig unterschätzt, wieviel 2-3mm an der einen oder anderer Stelle ausmachen können und das zwischen den Ergebnissen Welten liegen können. Aber egal, so haben wir das Schiff und die grundsätzlichen Maße bedeutend besser kennengelernt. Für einige Zusammenhänge haben Christian und ich noch eine Nacht gebraucht und haben uns diese am nächsten Tag noch einmal von Butze erklären lassen.

Es wäre auch vermessen zu sagen, dass wir jetzt alles zu 100% richtig verstanden und entsprechend eingestellt haben, aber was wir zu 100% sagen können ist, dass wir unglaublich viel über den „Piraten“ gelernt haben. Um das selbst herauszufinden, hätten wir sicher Jahre gebraucht und wären zwischendurch vermutlich 3x gescheitert. Somit möchten wir an der Stelle unseren persönlichen Dank aussprechen, dass Du lieber Butze, Deine Hand auf unseren Kahn gelegt hast!

Danach ging es für uns noch zur Anmeldung, die absolut freundlich und unkompliziert ablief. Wir erhielten 2 schicke Shirts, Essensmarken mit unserem Wunschessen und der Segelanweisung, die es nun zu sichten galt. Um 19:00 Uhr gab es Abendessen und im Anschluss die offizielle Eröffnung durch den Vereinsvorstand, Bürgermeister und Vorstand des Landessportbundes Brandenburg. Den Abend haben wir mit Daniel und Patrik vom Schwielochsee am Tresen verbracht und viel über alte gemeinsame Segelzeiten debattiert. Daniel ist auch der, der mich davon überzeugt hat „Pirat“ zu segeln und mit dem ich die ersten Einsätze als Vorschooter hatte.

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Der nächste Tag ließ einen schönen Abend zu, da der Start zur ersten Wettfahrt am Donnerstag um 13:00 Uhr angesetzt war. Gut ausgeschlafen und gefrühstückt, hieß es dann, Brötchen für das Wasser schmieren (im Frühstück ohne Thema inkl.), Corny und Sonstiges in Fress-Box packen, Boot aufbauen und um 11:15 Uhr zur Steuermannsbesprechung antreten. Da leichte Winde wehten, bedeutete es aber auch zeitig ablegen, denn die Anfahrt zur Regattastrecke nimmt gern eine Stunde in Anspruch. Wir waren pünktlich auf der Bahn. Zwei, drei Probeschläge und dann ging es los. Da die Xy’s vor uns gestartet sind, konnte man sich immer schon eine Idee holen, was gehen könnte. Wir haben uns sehr schnell für die linke Seite entschieden, Tonne starten und weiter nach links raus. Der Start war recht bescheiden, aber wir sind in der Nachstartphase gut frei gekommen und konnten unseren Kurs über links gestalten. Dazu kam, dass der Wind rechts deutlich schwächer war und das restliche Feld stand. Bis dahin lief alles super! Wir sind Top 5 an der Luvtonne angekommen.

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Auf der Zweiten Kreuz fuhren wieder links – wir waren uns unserer Sache sicher. Es kam leider anders und setzte 100 Grad nach rechts auch rechts wieder ein. Blöd gelaufen und nicht nach Plan. Das Gute war allerdings, dass wir schon recht weit vorn waren. Leider haben wir 2-3 sicher geglaubte Plätze wieder abgeben müssen. Die Vorwind war dann keine Vorwind und am Gate und war dann auch Bahnverkürzung mit Zieleinlauf. Am Ende konnten wir einen 6. Platz mitnehmen, was völlig okay war. Die Wettfahrtleitung um Anne-Gritt Denda musste den Kurs danach vollkommen umbauen, dafür kam der Wind jetzt ordentlich konstant aus Nord den See runter. Das sah alles sehr gut aus. Aus dem Dreieck wurde jetzt ein Up and Down, was sich anbot und so ging es in die Zweite Tageswettfahrt.

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Unser Plan ging mal wieder über links, Tonne starten, sauber rauskommen und mitnehmen was geht. So viel zum Plan. Unser Start war eine mittelschwere Katastrophe, aber wir haben es irgendwie geschafft uns über die Mitte frei zu fahren. Es folgte ein langer Steuerboard-Schlag und ich hatte seit langem wieder das Gefühl, dass wir Höhe fahren und nicht langsam sind. Mit Hegi in Luv, sah es jedenfalls ganz passabel aus. An der Luvtonne sind wir irgendwie um 15 rum angekommen, was ich im Leben nicht erwartet hätte. Auf der 2. Kreuz mit einem langen Backboard-Schlag, der sich auch richtig gut anfühlte, sind wir noch ordentlich nach vorn gekommen. Im Ziel war es dann ein 8. Platz. Das Erreichen von zwei einstellige Tagesergebnisse, für die doch sehr schwierigen Bedingungen, war absolut super. Die 3. Wettfahrt wurde für die Xy’s noch gefahren, was aber auch sehr beschwerlich aussah und mit Bahnverkürzung und Zieleinlauf am Gate endete. Wir hatten noch zwei Startversuche, der letzte endete mit einigen BFD Disqualifikationen, wovon der SC Schwielochsee selbst schwer getroffen wurde. Wer hätte schon gedacht, dass die hauseigene Wettfahrtleitung an ihren Vorstand und die Sponsoren ran geht…

Per Schlepp ging es zurück in den Hafen, wo schon das Anlegebier auf uns wartete. Das schmeckte auch wirklich gut, also schmeckte wirklich, wir waren mit unserer Tagesleistung sehr zufrieden und dazu kam das Gefühl wieder ein schnelles Schiff zu haben. In der Kombination alles, sehr, sehr, geil! Ein Blick auf die Ergebnisliste, in Summe der 6.Platz, alles schick. Nach dem Abendessen wurde dann per Glöckchen von Jörg Hinze die Ehrung der Tagessieger in beiden Klassen eingeläutet. Als Preise gab es regionale leckere Spirituosen. Im „Piraten“ haben an dem Tag Bernd Höft und Burkhardt Rieck mit zwei Tagessiegen einmal mehr Ihre Klasse unterstrichen. Gut, die Wetterprognose für Freitag sah wirklich sehr bescheiden aus, also haben wir das abends wieder mit dem Tresen ausgemacht. Dies kannten wir ja schon und so 2-3 Reserven hatten wir auch noch im Bus die alle werden mussten.

Als dann morgens Startverschiebung angesetzt wurde, kam uns das sehr entgegen. Christian hatte arge Schwierigkeiten, also hieß es: Duschen, Zähne putzen, Frühstücken und wieder hinlegen. Der Plan funktionierte super und gegen 13:00 Uhr ging es aufs Wasser. Nur leider war der Wind weg, als wir per Schlepp auf der Bahn waren. Nach einiger Zeit auf dem Wasser, gut also unser Großsegel wollte an dem Tag nicht am Mast hochgezogen werden, hieß es dann wieder per Schlepp zurück in den Hafen. Es musste keiner paddeln, das Anlegebier schmeckte trotzdem und wir waren gespannt auf den finalen Samstag.

Nach dem Essen sollten wieder die Tagessieger gekrönt werden, da es aber keine Wettfahrten gab und die Preise dennoch vergeben werden sollten, war Kreativität gefragt. So wurde unter anderem die erste Anmeldung des heutigen Tages am Startschiff belohnt und die Crew deren Boot plötzlich am Schwielochsee „verlustig“ war. Für den Abend war noch unsere KV-Versammlung angesetzt, bei der es diverse Updates zur Euro2017 und den nächsten Austragungsorten der IDM gab. Ines und Hapo sorgten mit einem Fass Freibier für eine wunderschöne Getränkeuntermalung (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Euch beide) und so wurden viele Themen offen und konstruktiv in der Bootshalle des SCS diskutiert. Der Tag endete für uns deutlich eher, da der Windfinder für morgen 8 – 10 kN aus Süd prognostiziert hat, wobei für Freitag auch 5kn angesagt waren, von denen wir nicht viel mitbekommen haben.

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Als wir am nächsten Morgen aufgestanden sind, war schon klar, heute wird gesegelt! Wir hatten beide gute Laune und Lust aufs Wasser. Also Frühstücken, Sachen packen und auf geht‘s. Per Schlepp sind wir pünktlich zum Start der 3. Wettfahrt gekommen. Es sah mal wieder nach links aus, denn irgendwie stand da mehr Wind und die Xy’s haben das auch so vorgemacht. Also verfolgten wir den altbekannten Plan, Tonne starten und über links durchwurschteln. Unser Start war eher mittelprächtig, aber links zog der Wind an, und in der in der Mitte was es definitiv mäßiger. An der Luvtonne um 10 angekommen, ging es mit Vorwind wieder runter. Nachdem die Erste Kreuz über links gut ging, verfolgten wir den gleichen Plan für die Zweite Kreuz, hier aber links mit Anschlag und so sind wir als 2. wieder an der Luvtonne angekommen.

Der Vorwind rückte das Feld wieder dichter zusammen. Nur die Zielkreuz wollte nicht so laufen, wie wir es uns gedacht haben. Am Ende ein 5. Platz. Da war irgendwie mehr drin, aber wir waren in Summe trotzdem zufrieden. Denn 3 Wettfahrten und einen richtigen Streicher hatten wir noch nicht, was vielen anderen nicht so ging. Es stand die 4. Wettfahrt an und die Wettfahrtleitung hat den Kurs etwas mehr nach rechts verholt. Wir wollten dennoch bei der alten Taktik bleiben und wieder über links kommen. Wie schnell man auch ganz hinten landen kann, durften wir so auch erfahren. Nach einem wundervoll schlechten Start, ging für uns links richtig in die Hose und so kamen wir diesmal in den Top Ten von hinten an der Luvtonne an. Egal, zählt ja trotzdem, nur irgendwie nach vorn kommen. Die Vorwind ging aber noch schlechter, zwischenzeitlich waren wir schon 2. von hinten und am Ende stand ein 32. Platz. Das haben wir jetzt weniger gebraucht und es musste demnach unser Streicher werden.

Also standen wir in der 5. Wettfahrt doch schon etwas unter Druck, denn noch einen Totalausfall konnten wir uns nicht leisten. Nach kurzer Analyse war klar, einfach mal vernünftig starten und nicht wieder ganz links ab parken. Ziel sollte sein, irgendwie vorn dabei zu sein und nicht noch einen richtig schlechten Lauf zu fahren. Unsere bevorzugte Seite am Start war mal wieder die Tonne, aber was nützt das, wenn wir wieder so extrem schlecht rauskommen. Also haben wir uns dazu entschieden einfach mal frei und aus der Mitte raus zu fahren. So hatten wir wenigstens alle Optionen. Der Start war sehr gut, dann direkt auf Steuerboard und erstmal Strecke machen – ja und dann setzte es rechts ein und drehte dazu auch noch schön weiter nach rechts. So richtig glauben konnten wir das nicht, denn als es bei uns anfing zu fahren, stand der Großteil noch auf der linken Seite und warteten auf Wind, den wir schon längst hatten und noch dazu mit dem für uns richtigen Dreher.

Wir haben uns dann recht schnell auf den 2. Platz vorgehangelt. Ein Bisschen was war auch für uns noch nach der Luvtonne aufzuholen. Auf der Zielkreuz sind wir mitten in das Xy Feld gefahren und waren im Ziel auf dem 3. Platz. Dass wir damit in Summe ganz gut liegen, war uns durchaus bewusst, aber die Einzelergebnisse der Anderen hatten wir nicht im Hinterkopf. Außerdem war zur Steuermanns – Besprechung die Rede von 4 Tageswettfahrten und 3 hatten wir jetzt absolviert. Auf dem Weg zum Start kam dann Jens Bauditz bei uns vorbei, der sich auf der Startkreuz auch über rechts anstellte und meinte schon, dass wir aktuell in Summe 3. sind.

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So richtig glauben und hören wollten wir das alles nicht und wie gesagt, wir hatten ja noch eine Wettfahrt offen. Der Wind wurde dann immer weniger. Man muss ehrlich sagen, auch die 3. Wettfahrt hatte schon ordentliche Windlöcher. Nach dem ersten Startversuch der Xy’s und einer zu erwartenden Regenfront, ist es dann richtig dünn geworden und so entschied die Wettfahrtleitung, keine weiteren Wettfahrten mehr zu fahren.

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Ich fand es richtig. Es kam zwar kein Unwetter, aber auch kein Segelwind. Die Offiziellen waren in den Tagen um ihren Job nicht zu beneiden, da die Bedingungen wirklich tricky waren, aber wir haben in Summe das Beste draus gemacht. Sicher kann man über die Verhältnisse diskutieren, die nicht einfach waren, doch am Ende ist das Ergebnis die Summe der getroffenen Entscheidungen auf dem Wasser und die musste jede Crew für sich treffen. Dass bei Bernd Höft und Burkhardt Rieck die Serie 1,1,2,2, (11) stand und sie damit unangefochten „Deutscher Meister der Piraten“ geworden sind, zeigt, dass die Summe ihrer Entscheidungen verdammt richtig war. Wie die das gemacht haben? Ja, das habe ich mich auch gefragt!? Aber man muss neidlos anerkennen, dass sie es gemacht haben! Und dafür zollen wir ihnen unseren größten Respekt und beglückwünschen sie zum „Deutschen Meistertitel“.

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Auf dem Weg in den Hafen waren wir sehr, sehr zufrieden, hatten noch unser Heimwegbier dabei und sind in aller Ruhe zurück gesegelt. Vom Pinnend, das ganz zum Schluss vorbeikam, haben wir uns die letzten Meter mitnehmen lassen. Zurück an Land kam uns Hegi schon entgegen und meinte, dass es wohl teuer werden könnte…
Nach dem Slippen haben wir unser Boot Richtung Ulli Vater geschoben, der mit seinem Wasserschlauch in Aktion war. Ja, wir vom Werbellinsee sind da schon etwas verwöhnt, aber da wir auch ein Wochenende später zur Pokalregatta wieder dabei sein wollten, hieß es richtig saubermachen, streicheln und trockenlegen. Dazu gab es in gewohnter Manier das typische Anlegebier, was wir uns in trauter Zweisamkeit am Schiff schmecken ließen.

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Die Siegerehrung wurde pünktlich um 20:00 Uhr durchgeführt und siehe da, wir haben es wirklich mit Platz 3 auf das Podium geschafft. So darf ich meinen ersten Bericht für die Piraten-Seite schreiben. Die Deutscher Meister, souverän wie bereits beschrieben, sind Berndt Höft / Burkhardt Rieck, Platz 2 ging an Daniel Reinsberg / Alfred Seeger und Platz 3 belegten wir Zwei. Ja, da sind wir jetzt ganz schön stolz auf uns. Okay, der Wind hat uns etwas in die Karten gespielt, da wir eben recht leicht sind. Der Butze hat uns das Schiffchen wieder richtig schnell eingestellt und segeln konnten wir dann noch selbst ganz gut.

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Was für mich völlig neu war, war die Geschichte mit dem Gurkenglas… und den Wanderpokal habe ich bisher auch nicht unter die Lupe nehmen können, ging letztes Jahr in Warnemünde wirklich unter. Schließlich gab es ja auch in unserem Verein diverse Altmeister, die sich hier verewigen durften. Den Bierbrauers, Nordhoffs und Stuggi’s sei Dank! Hannelore Bauditz kam direkt mit dem großen Gurkenglas an und meinte „Jungs, also Ihr müsst jetzt und zwar richtig“ Gemacht, getan,… und dann gab‘s die Story zum Gurkenglas… und endete mit dem: „und dann kam irgendwann der Stuggis, der hat das Ding dann geschliffen und bemalt und seitdem weilt es in unseren Kreisen“ Ja, der Kurt Stuggis, zu dem ich doch einen sehr guten persönlichen Bezug habe, da er mich noch von vor 1996 im Opti auf dem Wasser kennt und bei vielen Trainingslagern und Regatten betreut hat, quasi mein erster Coach, der mich zum Segeln gebracht hat, schon irgendwie alles abgefahren…!

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Gut, nachdem wir das dann verdaut hatten, nahm der Meisterabend seinen meisterlichen Gang. Höfti ließ sich nicht lumpen und hat direkt noch ein Fass Bier springen lassen, die Live-Band spielte, das Bier floss, der Tresen brummte und der DJ legte sich danach auch ins Zeug. Wir hatten noch sehr interessante Diskussionen über die Piratenklasse, sonstige Veranstaltungen, das Segeln und was uns sonst alles so das Leben schönmacht. Abschließend kann ich nur sagen, es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die durch ganz viel Engagement der Mitglieder getragen wurde. Ob auf dem Wasser oder an Land. IHR ( Wettfahrtleitung, Bojen-Leger, Jury, Vorstand, Tresen-Bedienung, Frühstücksfeen, Redner, Sponsoren, Bier-Zapfer, Ordnungskräfte, Organisatoren und wer alles dabei war) habt die Tage zu einem unglaublich schönen Ereignis gemacht!!!

Dafür unser riesiges Dankeschön!

Beil 4375,
Christian Eckart
Christopher Jantz

(Die Bilder wurden uns vom SC Schwielochsee zur Verfügung gestellt)

Bericht zur Brandenburger Landesjugendmeisterschaft

Finower Segler räumen bei Brandenburger Landesjugendmeisterschaft ab

Insgesamt waren am letzten August-Wochenende ca. 240 Aktive in 170 Booten und zehn Klassen bei Brandenburgs größter Regatta in Jessern bei Cottbus am Start, davon 14 in vier Bootsklassen aus dem Landesstützpunkt Segeln vom Werbellinsee.

Gesegelt wurden jeweils vier bis fünf anspruchsvolle Wettfahrten bei Sonnenschein, aber frischem bis mäßigen Wind. Insbesondere die Jüngeren bzw. Leichteren unter den Seglern und Seglerinnen aus sechs Bundesländern hatten erheblich mit dem Wind zu kämpfen. Zahlreiche Boote kenterten und einige hatten auch materielle Schäden zu beklagen. Aber die Segler aus dem Nordosten Brandenburgs kamen letztlich ganz gut zu recht.

Von der Erfolgsserie Alexander Schmidts bei der Deutschen und der Europa-Meisterschaft haben sich dabei offensichtlich nun auch seine Teamkameraden vom SV Stahl Finow durchaus anstecken lassen. So eine Medaillenbilanz wie in diesem Jahr hatten die jungen Segler vom Werbellinsee seit den DDR-Cadet-Zeiten noch nicht von einer Jugendmeisterschaft zu vermelden.


Alex Schmidt auf dem Laser

Nach ihren Erfolgen im kleineren Laser 4.7 erstmalig in der Klasse Laser Radial (5,7 m² Segelfläche) startend, holten Alexander Schmidt (aus Britz) und Karl Krömke (aus Zepernick) nun gleich Silber und Bronze bei der Brandenburger Landesmeisterschaft.

Bei Kraft und Ausdauer deutlich fordernden fünf bis sechs Windstärken auf dem Schwielochsee, erweckten die beiden Jungs mit ihren jeweils ca. 55 kg Körpergewicht manchmal eher den Eindruck, der größeren Segelfläche noch nicht gewachsen zu sein, als dass Boot vollendet zu beherrschen.

Der 10 kg schwerere Sören Leinert vom Sportverein Ciconia Storkow hatte es da etwas „leichter“ und wurde Landesmeister im Laser Radial.

In der Klasse Laser 4.7 errang als einzige Laserseglerin des Barnimer Vereins Anna-Klara Krömke(13 Jahre, Zepernick) die Bronzemedaille. Landesmeister hier wurde der Rheinsberger Christian Däbel, gefolgt vom Lindower Veith Schneider.

Doch damit noch nicht genug. In der Ausseglung des Pokal vom Schwielochsee auf dieser Regatta verfehlte Johannes Fehst (aus Eichhorst) von Stahl Finow in der Klasse Optimist nur ganz knapp die Goldmedaille und wurde hinter dem Berliner Sportschüler Paul Feldhusen Zweiter. Fehst (11) hatte bereits bei der im Juli in Blossin ausgetragen Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft der Optimisten mit dem 60. Platz von 232 Startern das beste Vereinsergebnis seit Jahren ersegelt und stellte sich hiermit erneut als derzeit bester Brandenburger Optimist dar.

Leicht hatten es aber auch die kleineren Segler vom Werbellinsee bei diesem starken Wind nicht. Die 9-jährige Theresa Schmidt startete in der Klasse Opti B und wurde beim Kampf ums „Überleben“ mit Platz 37 vom 72 Startern belohnt. Valerie Brunsch (13) startete im selben Feld und errang Platz 14.

Jasmin Schmidt und Niklas Schulz (beide11) vom Werbellinsee kämpften sich in der Klasse Opti A auf Platz 20 und 33 von 40 Startern.

Ebenso am Start auf dem Schwielochsee waren 45 Boote der Klasse 420er. Hier erlangten in der Meisterschaftswertung Lukas Wiese und Hans Reinhardt (beide aus Finowfurt) von Stahl Finow den undankbaren vierten Platz, gefolgt von ihren Trainingskameraden Louis Pigard und Maximilian Schmidt vom Yachtclub Schorfheide aus Joachimsthal auf Platz 5. Deren Joachimsthaler Teamkameraden Florian und Lukas Reichstein erlangten in der Brandenburger Wertung Platz 12.

Gratulation allen Startern und Gewinnern. Die nächsten Wettkämpfe folgten bereits am ersten Septemberwochenende. Und auch wenn die Leistungskader nicht mehr so oft wie früher in der örtlichen Nähe zum Segeln kommen, so repräsentieren sie mit ihren auswärts erzielten Ergebnissen doch umso erfolgreicher den Barnimer Sport und insbesondere den Landesstützpunkt am Werbellinsee.

Toralf Reinhardt

Bericht von der Landesjugendmeisterschaft Segeln und Pokalregatta Schwielochsee

Kein Sieg, aber viele gute Platzierungen
– Bericht von der Landesjugendmeisterschaft Segeln und Pokalregatta Schwielochsee –

Zur diesjährigen 42. Pokalregatta des Segelclubs Schwielochsee, die zugleich in mehreren Bootsklassen die Landesjugendmeisterschaft beinhaltete, startete der Sportverein Stahl Finow e. V. mit der größten Mannschaft seit der Wende.

In sieben von 12 ausgetragenen Bootsklassen gingen insgesamt 13 Boote mit 15 Teilnehmern des Landesstützpunktes Segeln des Verbandes Brandenburgischer Segler an den Start. Darunter waren vor allem Einhand-Jollen, d.h. Optis und Laser verschiedener Kategorien, sowie zwei 420er Jugendboote.

Mit insgesamt 305 Booten und 377 Teilnehmern aus acht Bundesländern sowie aus der Tschechischen und der Republik Polen sowie aus Neuseeland richtete der SC Schwielochsee in diesem Jahr die größte Pokalregatta in seiner Geschichte und zugleich die größte Segelveranstaltung Brandenburgs aus. Und seine Verantwortlichen äußerten sich vor diesem Hintergrund noch einmal äußerst dankbar dafür, zumindest die Landesmeisterschaft der Optis seit 2011 an Stahl Finow abgegeben zu haben.

Aber nicht nur die Quantität, auch die Qualität des Starterfeldes war in allen Bootsklassen außerordentlich. In Vorbereitung der anstehenden Berliner und Sächsischen Landesmeisterschaften hat sich z.B. fast die gesamte Berliner und Sächsische Seglerelite ebenfalls an diesem Event beteiligt.

Nach der Eröffnung durch die Vereinsführung im Beisein des Brandenburger Landestrainers Christian Braune wurde entsprechend ab Samstagvormittag in zwei getrennten Feldern um die Platzierungen gekämpft, wobei sowohl spannende Einzelkämpfe als auch im Ganzen eindrucksvolle Wettfahrten zu erleben waren.
Bei guten Windverhältnissen von jew. drei bis fünf Windstärken vorwiegend aus westlichen Richtungen schafften alle 12 Bootsklassen dabei drei Wettfahrten am Sonnabend und eine vierte Wettfahrt –was jew. das Streichen der schlechtesten Einzelplatzierung ermöglichte- am Sonntagvormittag. Getrübt wurde dieses Segelvergnügen lediglich durch den am Sonnabendnachmittag einsetzenden Regen, der nicht nur den Aktiven zu schaffen machte, sondern zudem die als Zeltplätze genutzten lehmigen Wiesen zu Sümpfen verwandelte und für eine deutliche Abkühlung der Temperaturen sorgte.

Dem SC Schwielochsee gelang es jedoch, mit Engagement, Fleisch vom Grill und einer heißen Disko gegen zu halten, so dass letztlich größere Frustrationen bei den Teilnehmern ausblieben.

Im Ergebnis erzielten die 15 Segler von Stahl Finow zwar keinen einzigen Sieg, aber mehrere gute Platzierungen.
Hervorzuheben sind natürlich insbesondere die Landeskader des Stützpunktes, also in erster Linie Paul Pinkau (15) auf dem Laser Standard sowie Lukas Wiese (15) mit Vorschoter Hans Reinhardt (13) in der Klasse 420er, die jeweils letztlich den in sie gesetzten Erwartungen als Drittplatzierte der Landesmeisterschaft gerecht wurden.

Aber auch Alexander Schmidt in der Klasse Laser 4.7, Anja Schnepf in der Klasse Laser Radial weiblich und Johannes Fehst in der Klasse Opti –A- mit ihren vierten Platzierungen bewiesen ihre Leistungsfähigkeit erneut, auch wenn sie am Ende jeweils „knapp neben dem Podest“ landeten

Und dass in allen Klassen sich auch der Nachwuchs weiter entwickelt, zeigten die übrigen Platzierungen der Segler des SV Stahl Finow: Karl Krömke (9., Laser Radial männlich), Anna Klara Krömke (10., Laser 4.7), Friederike Reinhardt und Clara Kiehm (12., Klasse 420er), Jasmin Schmidt (19., Opti A) sowie Niklas Schulz (42.), Valerie Brunsch (54.), Tom Zwicker (56.) und Theresa Schmidt (59.), alle Opti B mit 74 Startern (alle Platzierungen unter www.sc-schwielochsee.de).

Hier gilt es anzuknüpfen und fortzusetzen!

Toralf Reinhardt

(die Bilder zeigen einmal 420er bei Kampf an der Boje sowie den Hafen des SCS „vor dem Gang aufs Wasser“)