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Deutsche Meisterschaft

Rückblick auf den mp-tec CUP Ixylon-IDM

Pünktlich zum Saisonende kommen die Ergebnisse von der Filmcrew, die auch während der Veranstaltung auf dem Wasser war. Wer sich also zurückerinnern möchte bzw. sich überhaupt ein paar Eindrücke verschaffen möchte, der kann hier dieses Video ansehen.

Video bei Youtube

Ich bin immer noch begeistert, was die Landcrew geleistet hat!

Bericht von der Landesjugendmeisterschaft Segeln und Pokalregatta Schwielochsee

Kein Sieg, aber viele gute Platzierungen
– Bericht von der Landesjugendmeisterschaft Segeln und Pokalregatta Schwielochsee –

Zur diesjährigen 42. Pokalregatta des Segelclubs Schwielochsee, die zugleich in mehreren Bootsklassen die Landesjugendmeisterschaft beinhaltete, startete der Sportverein Stahl Finow e. V. mit der größten Mannschaft seit der Wende.

In sieben von 12 ausgetragenen Bootsklassen gingen insgesamt 13 Boote mit 15 Teilnehmern des Landesstützpunktes Segeln des Verbandes Brandenburgischer Segler an den Start. Darunter waren vor allem Einhand-Jollen, d.h. Optis und Laser verschiedener Kategorien, sowie zwei 420er Jugendboote.

Mit insgesamt 305 Booten und 377 Teilnehmern aus acht Bundesländern sowie aus der Tschechischen und der Republik Polen sowie aus Neuseeland richtete der SC Schwielochsee in diesem Jahr die größte Pokalregatta in seiner Geschichte und zugleich die größte Segelveranstaltung Brandenburgs aus. Und seine Verantwortlichen äußerten sich vor diesem Hintergrund noch einmal äußerst dankbar dafür, zumindest die Landesmeisterschaft der Optis seit 2011 an Stahl Finow abgegeben zu haben.

Aber nicht nur die Quantität, auch die Qualität des Starterfeldes war in allen Bootsklassen außerordentlich. In Vorbereitung der anstehenden Berliner und Sächsischen Landesmeisterschaften hat sich z.B. fast die gesamte Berliner und Sächsische Seglerelite ebenfalls an diesem Event beteiligt.

Nach der Eröffnung durch die Vereinsführung im Beisein des Brandenburger Landestrainers Christian Braune wurde entsprechend ab Samstagvormittag in zwei getrennten Feldern um die Platzierungen gekämpft, wobei sowohl spannende Einzelkämpfe als auch im Ganzen eindrucksvolle Wettfahrten zu erleben waren.
Bei guten Windverhältnissen von jew. drei bis fünf Windstärken vorwiegend aus westlichen Richtungen schafften alle 12 Bootsklassen dabei drei Wettfahrten am Sonnabend und eine vierte Wettfahrt –was jew. das Streichen der schlechtesten Einzelplatzierung ermöglichte- am Sonntagvormittag. Getrübt wurde dieses Segelvergnügen lediglich durch den am Sonnabendnachmittag einsetzenden Regen, der nicht nur den Aktiven zu schaffen machte, sondern zudem die als Zeltplätze genutzten lehmigen Wiesen zu Sümpfen verwandelte und für eine deutliche Abkühlung der Temperaturen sorgte.

Dem SC Schwielochsee gelang es jedoch, mit Engagement, Fleisch vom Grill und einer heißen Disko gegen zu halten, so dass letztlich größere Frustrationen bei den Teilnehmern ausblieben.

Im Ergebnis erzielten die 15 Segler von Stahl Finow zwar keinen einzigen Sieg, aber mehrere gute Platzierungen.
Hervorzuheben sind natürlich insbesondere die Landeskader des Stützpunktes, also in erster Linie Paul Pinkau (15) auf dem Laser Standard sowie Lukas Wiese (15) mit Vorschoter Hans Reinhardt (13) in der Klasse 420er, die jeweils letztlich den in sie gesetzten Erwartungen als Drittplatzierte der Landesmeisterschaft gerecht wurden.

Aber auch Alexander Schmidt in der Klasse Laser 4.7, Anja Schnepf in der Klasse Laser Radial weiblich und Johannes Fehst in der Klasse Opti –A- mit ihren vierten Platzierungen bewiesen ihre Leistungsfähigkeit erneut, auch wenn sie am Ende jeweils „knapp neben dem Podest“ landeten

Und dass in allen Klassen sich auch der Nachwuchs weiter entwickelt, zeigten die übrigen Platzierungen der Segler des SV Stahl Finow: Karl Krömke (9., Laser Radial männlich), Anna Klara Krömke (10., Laser 4.7), Friederike Reinhardt und Clara Kiehm (12., Klasse 420er), Jasmin Schmidt (19., Opti A) sowie Niklas Schulz (42.), Valerie Brunsch (54.), Tom Zwicker (56.) und Theresa Schmidt (59.), alle Opti B mit 74 Startern (alle Platzierungen unter www.sc-schwielochsee.de).

Hier gilt es anzuknüpfen und fortzusetzen!

Toralf Reinhardt

(die Bilder zeigen einmal 420er bei Kampf an der Boje sowie den Hafen des SCS „vor dem Gang aufs Wasser“)

4. Platz bei der IDJM im Laser Radial für Paul Pinkau

Finower Segler – Paul Pinkau – ersegelte den 4. Platz bei der Internationalen Deutschen Jugend Meisterschaft der Laser Radial auf der Müritz

Nur eine Woche nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Frankreich begann die Internationale Deutsche Jugend Meisterschaft der Laser Radial in Rechlin auf der Müritz, wo die besten Laser-Radial-Segler vom 08.08.-13.08.2011 im Alter von 14-19 Jahren um den Deutschen Meistertitel segelten.

Das Einsegeln und Trainieren begann für die besten Brandenburger Segler bereits drei Tage vor der eigentlichen Regatta. Allerdings herrschten hierbei zur Vorbereitung auf den Wettkampf leider nicht gerade optimale Trainingsbedingungen- nur wenig Wind, aber dafür viel Sonne. Allerdings reichte die Zeit zur Einstellung auf das Revier und zum nochmaligen Training aller Abläufe.
Am darauf folgenden Montag (08.08.) folgten die Vermessung der Boote und die eigentliche Anmeldung zur Deutschen Meisterschaft. Paul Pinkau hatte sich unter dem Einfluss seines Trainer das Ziel gestellt, unter die Top 6 in der Altersklasse U17 zu kommen.

Die ersten zwei gesegelten Regattatage mit jeweils 3 Wettfahrten waren körperlich und geistig sehr anstrengend. Grund waren der starke Wind (4-5 Windstärken) und Wellengang, die allen Teilnehmern zu schaffen machten. Aber die körperliche Fitness ist eine der besonderen Stärken von Paul und so lag er nach diesen zwei Tagen auf Platz 13 von 119 Booten in der Gesamtwertung. Am letzten Tag flaute der Wind dann leider ab und so waren hier Konzentration und Ruhe noch mehr als Kondition und Fitness gefragt.

Jeder Fehler, den man bei wenig Wind begeht, wirkt sich doppelt aus – dabei kann man viele Plätze nach hinten rutschen. Aber Paul schaffte das umzusetzen, was der Trainer ihm gesagt hatte. Und ersegelte somit in der Altersklasse U17 einen tollen vierten Platz (und in der Gesamtwertung den 15. Platz) bei der Internationalen Deutschen Jugend Meisterschaft im Laser Radial.
Er selbst wertete dies wie folgt: „Ich bin total happy, dass ich diese Deutsche Meisterschaft so gut absolviert und somit unter den besten Jugend-Laser-Segler aus Deutschland mein Ziel (Platz 6) noch mehr als erreicht habe!“

Toralf Reinhardt

Mit 13 erstmals zur Deutschen Meisterschaft

Die derzeit beste Zweier-Jugendbootsbesatzung des SV Stahl Finow Segeln hat es 2011 geschafft: bereits in ihrer ersten Saison in der für sie neuen vorolympischen Bootsklasse 420er (einer Zwei-Mann-Segeljolle von 4,20 m Länge) erreichten der 15-jährige Lukas Wiese und sein 13-jähriger Vorschotmann Hans Reinhardt die für die Teilnahme an der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft (IDJM) erforderliche Anzahl an hochrangigen Wettfahrten und Qualifikationspunkten.

Dazu mussten insbesondere mindestens neun Wettfahrten bei entsprechenden Ranglistenregatten (z.B. auf der Ostsee bzw. in anderen Bundesländern) gesegelt und dabei jeweils Platzierungen im ersten Drittel / in der ersten Hälfte erreicht werden. Im Mai 2011 war es soweit und so begann die Vorplanung für Anfang August.

Diesjähriger Ausrichter der IDJM und somit Gastgeber für die besten 105 deutschen Teams, die die Qualifikationsbedingungen erfüllt hatten (120 Besatzungen wäre die zulässige Maximalzahl gewesen), war der Segel-Verein Großenheidorn am „Steinhuder Meer“ nahe Hannover, der gemeinsam mit seinem Nachbarverein sowie mit Unterstützung des niedersächsischen Seglerverbandes und der Stadt Wunstorf ein „Top-Segel-Event“ auf die Beine gestellt hatte.

Die Anreise begann für die meisten Teilnehmer bereits am Sonnabend; Lukas und Hans folgten aufgrund der gleichzeitigen Deutschen Meisterschaft der Ixylon-Segler bei ihrem Heimatverein Stahl Finow jedoch erst am frühen Sonntag nach und hatten dadurch bereits am ersten Tag viel Stress vor Beginn des eigentlichen Segelns. Denn nach der Anreise mussten zunächst das Boot und die Segel neu vermessen bzw. die Messunterlagen neu überprüft, entsprechende Versicherungen vorgelegt und sogar noch bauliche Veränderungen an Mast und Großbaum vorgenommen werden.  Letztendlich konnte der notwendige Standard auch mit Hilfe eines örtlichen Segelbedarfshändlers, der extra am Sonntag auf hatte, erreicht werden, aber die Teilnahme an der ersten „Trainingsregatta“ (neudeutsch „pratical race“) verpassten Lukas und Hans.

Zum Glück „jagte“ ihr begleitender Trainer sie hinterher doch noch zum Einsegeln auf das Steinhuder Meer, denn am Folgetag Montag, dem eigentlichen Wettfahrtbeginn, folgte das „Grauen“ aller Segler, ein ganzer Tag ohne Wind! In der darauffolgenden Nacht stabilisierte sich jedoch die Wetterlage und am Dienstag konnten vier komplette Wettfahrten gesegelt werden. Dazu hatte die Wettfahrtleitung das Starterfeld in insgesamt vier fast gleichstarke Gruppen („fleets“) aufgeteilt, die in wechselnden Kombinationen jeweils zu zweit gegeneinander antreten mussten. In ähnlicher Weise wurde dann am Mittwoch, bevor der Wind wieder einschlief, noch zwei weitere Wettfahrten gesegelt und im Ergebnis aus den Ergebnissen dieser sechs Qualifikationswettfahrten zwei neue Startergruppen gebildet, die dann die Endplatzierung untereinander aussegelten.

Hans und Lukas waren zunächst mit der Startnummern 83 der blauen „fleet“ zugeteilt worden und hatten mit ihren ersegelten Ergebnissen zwischen dem 21. und dem 39. Platz in der jeweiligen Halbgruppe insgesamt den 72. Platz erreicht, so dass sie jetzt der so genannten „silver fleet“ zugeteilt wurden.

Dabei gestaltete das Segeln sich auf dem Steinhuder Meer nicht nur infolge fehlenden oder drehenden Windes als kompliziert. Zusätzlich war insbesondere die geringe Tiefe dieses „Schlammloches“ ein Problem.

Das Steinhuder Meer mit ca. 8 km Länge und ca. 4,5 km Breite ist nämlich durchschnittlich nur 1,35 m tief (2,9 m an der tiefsten Stelle) und somit bestand ständig die Gefahr, mit dem Schwert oder dem Ruder des Bootes irgendwo aufzusetzen oder sich bei einer möglichen Kenterung den Mast bzw. den Verklicker (das „Fähnchen“ an der Mastspitze, das die Windrichtung anzeigt) zu beschädigen.

Als dann am Donnerstag bei der zweiten der Endwettfahrten nämlich der Wind erneut aussetzte und die Wasserschiedsrichter sich in einer offenkundigen und nachträglich auch zugegeben Fehlentscheidung dazu entschieden, keine Regelverstöße auf dem Wasser mehr zu ahnden, passierte etwas noch nie Erlebtes!

Nicht nur das einige Bootsführer unerlaubte Pumpbewegungen mit dem Segel machten und andere hier durch „Wriggen“ (ruckartiges Hin- und Herbewegen des Ruders) für unerlaubten Vortrieb sorgten sowie Dritte mittels ihrer „Spinnaker-Bäume“ zu Paddeln anfingen- nein die frechsten (oder cleversten?) Bootsführer stiegen einfach ins Wasser und schoben ihre Boote durchs Ziel!

Die Wettfahrtleitung behalf sich damit, alle Boote, die innerhalb der vorgegebenen Zeit durchs Ziel gekommen waren zu werten und alle anderen nicht, so dass in dieser Wettfahrt nicht seglerisches Können sondern letztlich Glück und Frechheit den Sieg davon trugen.

Von den insgesamt drei Brandenburger Booten war eines unter den gewerteten, Lukas und Hans sowie das dritte Brandenburger Boot kamen leider wenige Sekunden zu spät durchs Ziel und konnten sich von dieser dadurch erhaltenen schlechten Wertung (DNF= did not finish) nicht mehr erholen und fielen in den bis Freitagabend insgesamt gesegelten fünf Endwettfahrten noch um drei Plätze auf Rang 75 (von 105) zurück.

Als beste Brandenburger Besatzung kamen Annalena und Florian Weichert vom SC Krüpelsee auf Platz 72, Carolin Buder und Laura Berner von Einheit Werder erreichten als drittes Brandenburger Boot letztlich Rang 87.

Lukas und Hans zogen abschließend ein positives Fazit von ihrer ersten gemeinsamen IDJM: „Es ist schon toll unter solchen Bedingungen und bei derart harter Konkurrenz zu segeln! Ein paar Plätze besser wäre natürlich wünschenswert gewesen, aber schaun wir mal aufs nächste Jahr. Wir werden uns bemühen!“

(Und mit der Teilnahme an der diesjährigen Werbellinseeregatta unmittelbar im Anschluss an die IDJM hat auch bereits die Qualifikation für das nächste Jahr begonnen. Erreicht wurde hier Platz fünf und damit auch bereits die ersten Punkte.)

Toralf Reinhardt