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Verein

69. Werbellinseeregatta 2021

Nach der traurigen, weil Wind losen Regatta vom Vorjahr, konnte die diesjährige 69. Werbellinseeregatta vom 07.-08.08. in mehrfacher Hinsicht zum Erfolg geführt werden. Die Veranstaltung konnte ohne größere Probleme durchgeführt werden und Stahl Finow siegte in zwei von vier Klassen souverän!
Zum 2. Mal musste die traditionsreichste Segler-Regatta auf dem Werbellinsee unter Corona-Bedingungen durchgeführt werden, d.h. ein Hygienekonzept war nötig und der Sportbetrieb musste den A-H-A-Standards angepasst werden. Dazu gehörte u.a. die Beschränkung der Teilnehmerzahl auf max. 80 Boote, ein Quorum, das aber auch aufgrund der gleichzeitigen Einschulungsfeiern in Berlin und Brandenburg sowie der Deutschen Meisterschaft in der XY-lon-Klasse nicht erreicht wurde.
Dennoch ließ sich die Teilnehmeranzahl sehen, aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern waren insgesamt 18 Jollenkreuzer der 20er Klasse, 19 Piraten und 14 XY-lon angemeldet worden. Lediglich in der Jugendklasse, den 420ern, wurde das Quorum von zehn Booten für eine Ranglistenwertung nicht erreicht. Hier hatten nur sechs Boote von Werbellinsee und Schwielochsee gemeldet.
Im Gegensatz zum Vorjahr ließ der Wind diesmal den Werbellin nicht im Stich, sondern sorgte für gute bis sehr gute Segelbedingungen. Am Samstag begann es zunächst verhalten und mit einer 2 aus Südwest, sodass Wettfahrtleiter Olaf Winkelmann die Startlinie zweimal verlegen musste, bis die Bedingungen für eine Ranglistenwertung akzeptabel waren. Dafür musste das gesamte Feld bis nach Altenhof verlegt werden, um eine Kreuz in genügender Länge segeln zu können. Natürlich wurden dadurch die Raumschoot- und die Vorwindkurse dann ebenfalls Regel konform. Zeitlich bedeutete dies einen verspäteten Beginn von ca. einer Stunde, aber durch das Auffrischen des Windes auf eine gute 3 konnte der Zeitverzug nahezu wett gemacht werden und es gelang dem Wettfahrleiter mit seiner Crew, bis ca. 16.00 Uhr drei spannende Wettkämpfe zu organisieren. Gesegelt wurde mit hoher Anspannung, körperlichem Einsatz und nicht immer ganz fair. Es gab mehrere Kollisionen mit leichtem Sachschaden und einmal leider auch leichtem Personenschaden. Dank unserer Medizin-Crew konnte hier aber Schlimmeres verhindert werden und auch die Kenterung einer XY-lon blieb folgenlos.
Die Favoriten zeigten insbesondere bei den Jollenkreuzern und den XY-lon bereits hier ihre Stärke, die Abstände zwischen den Booten auf dem See und den Punktständen in der Tabelle konnten aber niemanden in Sicherheit wiegen bzw. sich ausruhen lassen.
Insoweit war das Abendprogramm mit (endlich wieder) Disko, natürlich eine  willkommene Abwechselung, die beiden letzten Wettfahrten am Sonntag aber blieben spannend und -außer bei den Jollenkreuzern- offen bis zur letzten Zielkreuz. Bei deutlich frischerem Wind begann der Wettfahrtleiter am Sonntag so pünktlich um 10 Uhr mit den Starts für die Gruppen der 20er, Piraten, XY-lon und 420-er. Wie am Vortag auch hatte die Jollenkreuzer jeweils den angepassten olympischen Kurs mit Zusatzdreieck und die anderen Klassen ohne Zusatzdreieck zu fahren.
Da der Wind leicht von Südwest auf West gedreht hatte, konnte jetzt direkt zwischen Polizeibucht, Spring und Süßem Winkel gesegelt werden, mit Start mittig auf dem See und erster und letzter Kreuz nach Westen. Bei frischen 4 Windstärken und einzelnen Böen noch gut darüber, schafften die schnellsten Boote diesmal den Kurs in 37 Minuten (!) und auch die letzten blieben bei knapp unter einer Stunde. Lediglich der Holz-20er (R 32) schaffte es nicht in der zulässigen Maximalzeit. Und ein 420er kenterte, konnte aber selbst wieder aufrichten. Dadurch konnten beide Wettfahrten am Sonntagvormittag am Stück gesegelt werden, eine Pause zwischendurch gab es diesmal nicht für die Aktiven. Und mit fünf gesegelten Wettfahrten war das angestrebte bzw. ausgeschrieben Ziel erreicht, sodass für die Wertung jeweils das schlechteste Ergebnis gestrichen werden konnte.


Und die Ergebnisse konnten aus Stahl-Finow-Sicht kaum besser sein: In den beiden größten Bootsklassen hatten die Segler vom Werbellinsee ihre Klasse gezeigt und souveräne Siege eingefahren. In der Gesamtwertung der größten und schnellsten Boote (20er) hatte Tino Baldewein (SVSF) mit Crew Matthias Markowski-Huhn und Rene Vollmering im Ergebnis mit gewerteten drei Siegen und einem 2. Platz der Konkurrenz den „dicken Daumen“ gezeigt und konnte es sich sogar leisten, auf den Start in der letzten Wettfahrt zu verzichten. Armin Eismann vom Segel-Club ARGO und Crew Heiko Seelig und Bernd Muschke hatte es ihm dennoch nicht zu leicht gemacht, auch für ihn wurden zwei 1. Plätze und ein 2. Platz, aber eben auch ein 3. gewertet, und bei mindestens zwei Wettfahrten hatte Baldewein jeweils erst auf der letzten Kreuz den direkten Konkurrenten hinter sich gelassen. Dritter wurde hier Fabian Lemmel mit Crew Harald Ludwig und Moritz Greving von der Seglervereinigung 1903 Berlin. In der Wertung der etwas langsameren „20er-Cruiser-Kreuzer“ ging der Sieg an R 926 mit Michael Schneider (SCMA),Torsten Lass und Dirk Leibnitz (beide SGE). Den Sieg bei den ältesten Jollenkreuzern („Touring“) holte mit Hendrik Reinhardt sowie Crew Sybille Bach und Jörn Otromke auch ein Team von Stahl Finow.
Noch souveräner ging der Sieg bei den XY-lon an ein Boot des Gast gebenden Vereins: Peter Fischer mit seinem Vorschooter gelangen vier Siege bei fünf Wettfahrten (und ein 2. Platz), so dass der Idealwert von 4 Punkten in die Wertung einging. Und hinter Clemens Hollmann und Ilka Engelke aus Ückermünde kam (punktgleich) mit Alexander Schmidt und Dai Nguyen noch ein weiteres Boot von Stahl Finow unter die ersten Drei; eine hervorragende Leistung insbesondere deshalb, weil das Team erstmals und gemeinsam mit dem Boot unterwegs war und mit zahlreichen technischen, Bootsalter bedingten Problemen zu kämpfen hatte.
Der Sieg bei den Piraten ging dagegen an die Rostocker Bernd Höft und Burkhard Rieck vor Ines und Thomas Heldt aus Teterow sowie Phyliss und Donald Lippert aus Berlin-Grünau. Beste Finower waren hier Christian Eckart und Sarah Bessel auf Rang 14.Bei den Jugendlichen dominierte die Weiblichkeit. Hermina Schmidtchen und Elisabeth Zimmermann (Schwielochsee) siegten vor Joelle Bailleu und Ben Lehmann von Stahl Finow und Paul Volk sowie Alfred Jäckel vom Yachtclub Schorfheide Joachimsthal.


Vor dem Hintergrund dieser beeindruckenden Ergebnisse waren offenkundig alle zufrieden: Es war eine wunderschöne, anstrengende und erfolgreiche Regatta -für alle Teilnehmer- und ein Erfolg für den ausrichtenden Verein. Und entsprechend lud der Vereinsvorsitzende schon jetzt und gerne zur kommenden 70. Werbellinseeregatta in 2022 ein!

Toralf Reinhardt

5. Askaniercup: Corona konform

Laser am Start

Am vergangenen Wochenende veranstalteten die Segler von Stahl Finow erfolgreich ihren 5. Askaniercup. Nach der Corona bedingten Absage vom Vorjahr, war der Wille, wieder einen hochkarätigen sportlichen Wettkampf auf dem Werbellinsee vorrangig für die jungen und jüngsten Segler/innen des Vereins und des Verbandes Brandenburgischer Segler zu organisieren, im Verein stark ausgeprägt.

Laser am Start


Bereits Ende des Vorjahres, als aufgrund der sich entwickelnden 3. Welle der Pandemie noch niemand an die derzeitig „guten“ Zahlen glauben konnte, wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen, zu denen neben der Anmeldung des Wettkampfes, der Organisation von Helfern, Verpflegung, Schiedsrichtern, Wettfahrtleitern u.v.m. vor allem die Erstellung eines umfangreichen Hygienekonzeptes z.B. zur Durchsetzung der A-H-A-Regeln gehörte. Deren einschneidendste Festlegung war sicherlich das Verbot der Übernachtung auf dem Vereinsgelände, denn dadurch wurde für externe Segler die Teilnahme an der zweitägigen Veranstaltung wesentlich erschwert. Und trotz der gegenwärtigen gesetzlichen Lockerungen wurde das Konzept zum Schutze aller auch umgesetzt.
Umso mehr freute sich die 30-köpfige Crew um Regattaobmann Carl Duhn, das dann doch nahezu ingesamt 80 Meldungen in den fünf ausgeschriebenen Bootsklassen zusammen kamen. Und trotz des Übernachtungsverbotes kamen die Teilnehmer/innen dann doch aus insgesamt sechs Bundesländern. Neben den Berliner und Brandenburger Junioren-Seglern waren hier Sportsfreude aus Sachsen, Hamburg, Niedersachsen und Bremen am Start. Und in der vom Alter her größten Bootsklasse, Laser Radial, ging mit Dora Gomercic von den Gifthorner Seglern sogar eine Seglerin für die Niederlande an den Start (Boot NED 006). Grund für die gute Beteiligung war sicherlich auch das Wegfallen zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen. Besonders weit angereist waren z.B. auch die Sportsfreunde aus Lübeck, aus Schaumburg-Lippe oder Wolfsburg.
Lediglich in der Klasse der Jüngsten (Opti C) sah es aufgrund der Anfahrtsprobleme mit der Beteiligung nicht so gut aus, hier ist der Wille zum sportlichen Wettkampf außerhalb des Vereins dann offenbar doch noch nicht so ausgeprägt.
So entschied sich die Wettfahrtleitung nach intensiver Prüfung und Ablauf der Anmeldefrist, diese Klasse wegfallen zu lassen und den jüngsten Seglern, die bereits gemeldet hatten, die Teilnahme in der höheren Klasse B zu ermöglichen oder das Startgeld zurück zu zahlen. Für eine Ranglisten-Wertung hätten es wenigsten zehn Teilnehmer in der Klasse C sein müssen, und diese Zahl wurde nicht erreicht. Da aber doch mehrere sehr junge Segler sich dann für die Teilnahme bei den Fortgeschrittenen entschieden, wurde letztlich anhand der dort erreichten Ergebnisse zumindest auch eine eigene C-Wertung bei der Siegerehrung prämiert, wenn auch keine Ranglistenwertung.
Aufgrund der insgesamt fast 80 Boote (übrigens sämtlich Ein-Hand-Boote und mithin Corona-unproblematisch), wurde das Gesamtfeld in zwei Teile geteilt. Die Optis der Klassen B und A segelten unter Wettfahrtleiter Christoph Laska ihre Kurse vor allem zwischen Süßem Winkel, Spring und Polizeibucht, während die Klassen Laser 4.7 und Laser Radial weiter östlich bis kurz vor Altenhof auf dem See unterwegs waren.
In allen vier Klassen wurden jeweils fünf Wettfahrten von jeweils einer knappen Stunde gesegelt. Erster Start war Sonnabend kurz nach 11 Uhr und es folgten noch zwei weitere Wettfahrten jeweils im Anschluss an die vorangegangene und am Sonntag wurden dann noch einmal zwei Wettfahrten ab 10 Uhr gesegelt, so dass im Ergebnis in jeder Klasse jede/r einzelne Segler/in das schlechteste seiner/ihrer fünf Ergebnisse streichen konnte.
Die Bedingungen auf dem See verlangten dabei den jungen Seglerinnen und Seglern einiges ab: Mehrere, z.T. intensive, aber zum Glück kurze Regenschauer am Samstag beeinträchtigten nicht nur das Wohlempfinden auf dem Wasser, sondern führten im Zusammenhang auch zu zahlreichen Drehern des grundsätzlich aus Nordwest kommenden Windes, zum Abflauen und wieder Zunehmen, so dass die wechselnden Windstärken zwischen einer und drei mit Böen von vier Windstärken den Sportlern einiges an Bootsbeherrschung abverlangten. Am Sonntag regnete es zwar nicht mehr, dafür aber frischte der Wind weiter auf. Einzelne Böen gingen jetzt bis zur Sechs. Im Ergebnis kenterten mindestens ein Opti und zwei Laser, aber da die Segler/innen gut trainiert waren, richteten sie ihre Boote wieder auf, schöpften das hinein geströmte Wasser heraus und setzten die Wettfahrt fort, natürlich um ein paar Plätze zurück gefallen.
Insgesamt war es eine sehr faire und regelkonforme Regatta, Sach- und Materialschäden wurden nicht gemeldet und die vier Schiedsrichter hatten kaum Anlass einzugreifen. Selbst die Anzahl der Frühstarts hielt sich in Grenzen, am Sonntag schafften es die Laser völlig ohne Frühstart über die Linie. Vielleicht lag es an Corona. Jedenfalls waren die jungen Sportsfreunde gefühlt viel entspannter als bei früheren Ranglistenregatten kurz vor dem Saisonende, wo oftmals schon sehr verbissen um jeden Platz und Punkt gekämpft wurde. In diesem Jahr überwog deutlich der Spaß am Segeln.
Dennoch wurde hochklassig gesegelt und die Ergebnisse, die Zieleinläufe und Platzierungen waren hart umkämpft. Aber mit hoher Fairness!
Entsprechend lagen die Gesamtergebnisse oftmals nach den fünf Wettläufen dennoch sehr dicht beieinander.
In der größten Klasse, Laser Radial, siegte z.B. Konstantin Kloß vom Müggelsee punktgleich vor Hannes Braune vom Segelklub Märkischer Adler. Beide erreichten acht Punkte und letztlich entschied erst die letzte Wettfahrt und da hieß es eben Kloß vor Braune. Dritter mit 13 Punkten wurde Malte Leinert von Ciconia Storkow, vierte Dora Gomercic, wie oben erwähnt, auf dem holländischen Boot. Milo Pachali von den Gastgebern Stahl Finow kam mit 29 Punkten und damit punktgleich zum Platz 8 leider nur auf den 9. Platz. Gemeldet war 17 Segler/innen.
In der zweitgrößten Klasse, den Laser 4.7, siegte Line-Anneliek Pähler (7 Punkte) vom Norddeutschen Regatta Verein mit einem Punkt Vorsprung vor Henrik Köhler vom Eisenbahner Segel Verein Kirchmöser und Martin Erdmann vom Sail-Lollipop Regatta Verein (13 Punkte), und auch hier hatten erst die Ergebnisse der letzten Wettfahrt diesen Punktunterschied erzeugt. Die Segler von Stahl Finow, die allesamt erst in dieser Corona-Saisson vom Opti in die niedrigste Laser-Klasse gewechselt waren, erreichten die Plätze 7 (Niklas Büttner, 26 Punkte), 9 (Silas Pachali, 31 Punkte), 11 (Edwin Fielitz, 34 Punkte) und 17 (Timon Siedler, 57 Punkte). Niklas Büttner hätte ggf. sogar noch ein besseres Endergebnis erreichen können, wäre er nicht in der letzten Wettfahrt wegen einer nicht korrigierten Tonnenberührung disqualifiziert worden. Mit einem sehr guten 3. Platz in der 4. Wettfahrt erreichte übrigens Silas Pachali das beste einzelne Wettfahrtergebnis eines SVSF-Sportlers. Nach einer sehr guten ersten Kreuz war zeitweise sogar in Führung gewesen. Auch hier waren 17 Boote gemeldet.
Bei den Opti-Regatta-Seglern (Klasse A) dominierte dagegen ein Segler das Feld. Carl Wolf von Segelclub Fraternitas gewann mit 6 Punkten Vorsprung (gewertet wurden beim ihm nur jeweils zwei 1. und zwei 2. Plätze) vor Amelie Röpke vom Schwielochsee und Franz Lasch, ebenfalls Fraternitas. Gemeldet waren hier 22 Seglerinnen, von denen dann aber noch einige kurzfristig auf andere Regatten an Nord- und Ostsee umschwenkten, so dass letztlich nur 15 Teilnehmer für die Rangliste gewertet werden konnten.
Besonders spannend war das Ergebnis bei den jüngsten Seglern, dem gemeinsamen Feld von B und C. Hier dominierten die Mädchen unter den 29 gemeldeten Starterinnen und zeigten den Jungs ihre deutliche taktische Überlegenheit, die diese auch nicht körperlich ausgeglichen konnten. Platz 1, 2, 3 und 5 gingen an die Mädchen! Johanna Kugel siegte souverän mit ebenfalls zweimal Platz 1 und zweimal Platz 2 (= 6 Punkte) vor Luisa Helene Kloß (beide vom Müggelsee), gefolgt von Lenja Melchert und Magnus Herbach, beide Freie Vereinigung der Tourensegler Berlin. Im Gesamtfeld zwar nur auf den Plätzen 13 (Matti Zerson), 20 (Ole Reinhardt) und 23 (Fritz Sievers), aber als C-Segler extra gewertet kamen die jüngsten Segler von Stahl Finow (alle bei ihrer jeweils ersten Regatta) in der C-Wertung auf die Plätze 1 -3! Wobei aus Trainer-Sicht ihre größte Leistung sicher darin bestand, alle fünf Wettfahrten unter den beschriebenen Witterungsverhältnissen und in einem höher klassigen Feld durchgehalten zu haben!
Vor diesem Hintergrund dankte der Abteilungsleiter Segeln als Gastgeber zum Abschluss der Regatta allen Teilnehmern noch einmal für ihre Anreise und ihren fairen, sportlichen Umgang miteinander und lud sie bereits zur Folgeveranstaltung in 2022 ein. Namentlich die Gewinner der Wanderpokale in den Opti-Klasse müssen diese ja verteidigen oder im nächsten Jahr an die neuen Sieger weiter geben.

Frühjahrsregatta 2021 trotz Corona

Streamline

Trotz der andauernden Corona-Pandemie, konnten die Segler des SV Stahl Finow e.V. am vergangenen Samstag ihre geplante Frühjahrsregatta in diesem Jahr erfolgreich durchführen, wenn auch natürlich mit Einschränkungen.

Streamline
Streamline mit Hendrik Reinhardt, Paul und Tobias Dressler

Dass die Segler damit gegenüber anderen Sportarten, auch und gerade den Indoorsportarten im eigenen Verein, privilegiert sind, ist ihnen durchaus bewusst und natürlich auch im Gesamtverein diskutiert worden.

Aber die Besonderheit des Segelsports ist eben neben der relativ geringeren Bedeutung von Alters- oder Geschlechtsspezifik der Abstand, der grundsätzlich zwischen den einzelnen Booten und zum Teil auch an Bord herrschen sollte. Zudem ist die Mannschaftsstärke selbst bei den größten Booten auf dem Werbellinsee mit maximal drei Seglern vorgegeben und wird höchstens durch Mitnahme des Familiennachwuchses überschritten.

Bei den stabilen Inzidenzwerten im Landkreis Barnim, traute sich mithin die Abteilungsleitung Segeln eine Corona-konforme Durchführung eines sportlich fairen Wettbewerbes zu und konnte dies im Gegensatz zum Vorjahr auch kurzfristig stemmen, inklusive Hygienekonzept an Land.

Gemeldet hatten 2021 insgesamt 29 Boote mit über 50 Seglern vom gesamten Werbellinsee und natürlich vor allem vom ausrichtenden Seglerverein. Die Boote wurden von Wettfahrtleiter Lars Schulz zur weiteren Entzerrung in zwei Gruppen geteilt und starteten ab 13.00 Uhr zeitversetzt; einmal die 15 Kielkreuzer und einmal die elf Jollen und drei Jollenkreuzer.

Auf ein vorbereitendes Treffen zuvor an Land wurde verzichtet. Die Vorbesprechungen mussten komplett online durchgeführt werden.

Bei sonnigem Wetter und zwei bis drei Windstärken vorrangig aus Süd-West, aber zum Teil stark drehend, begannen die Wettfahrten unweit des Barschberges mit einer kurzen Kreuz zur Luv-Tonne als Ablauftonne. Dann folgte der lange Vorwind-Kurs bis zur Lee-Tonne unweit der Wasserskistrecke bei Joachimsthal und abschließend die noch längere Kreuz über den gesamten See zurück zum Ausgangspunkt, denn die Start- markierte auch die Ziellinie.

Der härteste Kampf entbrannte von Anfang zwischen den Kielkreuzern „SMY“ (einer Soling unter Regattaobmann Carl Duhn) und „Streamline“ (einem offenen Kielkreuzer unter Schatzmeister Hendrik Reinhardt). Die Streamline startete mit „Frühstart“ und musste korrigieren, also wenden, hinter die Startlinie zurückkehren und ein zweites Mal starten. Die SMY dagegen startete mit „Nullstart“ perfekt und war mithin an der Luv-Tonne das erste passierende Boot. Auf dem langen Vorwind-Kurs gelang es jedoch der Crew der Steamline (außer Reinhardt noch Paul und Tobias Dressler), die SMY abzufangen und auf der Kreuz dann sogar deutlich hinter sich zu lassen. Mit einer gesegelten Zeit von einer Stunde und 31 Minuten (1:31) wurde eine außerordentlich schnelle und rekordverdächtige Runde gesegelt. Der Abstand auf die SMY als 2. Boot betrug im Ziel 13 Minuten, der Abstand zu den langsamsten Booten sogar mehr als eine Stunde!

Das „Blaue Band“ vom Werbellinsee ging damit 2021 eindeutig an die „Steamline“. Glückwunsch!

Der Sieg der Wettfahrt aber ging an die SMY, da die gewertete Wettfahrzeit letztlich nach dem rechnerischen „Rennwert“ der einzelnen Boote berechnet wurde (so genannte „Yardstick-Wertung“). Mithin schrumpfte der Zeitvorsprung von 13 Minuten auf einen Rückstand von 57 Sekunden und schob die „Streamline“ auf Platz 2. (Vielleicht hätte es ohne den Frühstart gereicht?)

Platz 3 bei den Kielkreuzern ging verdient an die Crew von Thomas Weidner mit weiteren zwei Minuten berechnetem Rückstand.

Aber auch bei den Jollen und Jollenkreuzern wurden intensiv gekämpft, wobei auch hier aufgrund der Rennwerte die gesegelten nicht vollständig mit den gewerteten Platzierungen übereinstimmten.

Bei den Jollen wurden sieben der elf Boote von Jugendlichen aus dem Landesstützpunkt Segeln geführt und diese zeigten den erwachsenen Seglern deutlich, wie gut sie ihre Boote bereits beherrschen. Nur mit Mühe und einem gewerteten Vorsprung von ca. zwei Minuten konnten Christopher Jantz und Christian Eckart, u.a. Brandenburger Meister in der Klasse Pirat, den Sieg bei den Jollen holen und die Jugend auf Distanz halten; Platz 2 – 6 aber gingen an Nachwuchssegler vom Verein auf verschiedenen Einhandbooten der Laser-Klassen (in der Reihenfolge: Silas Pachali, Milo Pachali, Edwin Fielitz, Timon Siedler und Tom-Luca Voigt).

Bei den 20er-Jollenkreuzern als abschließender Wertungsgruppe siegte mit letztlich acht Minuten gewertetem Vorsprung verdient ebenfalls ein ehemaliges Mitglied der Stahl Finower Jugendgruppe, nämlich Jasmin Schmidt mit Crew Maik Jäkel vor Nils Hempel mit Crew Henry Hempel und Ulf Ploschenz sowie Martin Sieker mit Crew.

Im Ergebnis war es ein anspruchsvolles Rennen und ein guter Saisonauftakt für den Verein wie auch den diesjährigen Segelsport auf dem Werbellinsee, wenn auch wegen der Corona-Pandemie die Siegerehrung in diesem Jahr nur online stattfinden konnte und auch das übliche gemütliche Zusammensein im Nachgang des Wettkampfes diesmal ausfallen musste.

(Alle Ergebnisse unter www.stahl-finow-segeln.de.)

Toralf Reinhardt

Terminkalender 2021

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Gäste und Besucher unserer Homepage, wir wünschen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2021.

Das neue Jahr hat bei uns auch mit der Aktualisierung des Terminkalenders mit den geplanten Veranstaltungen und Regatten begonnen. Noch mehr als in den Vorjahren gilt: alle Termine unter Vorbehalt. Die Terminkalender als Flyer werden bald zur Verfügung stehen.

Bleiben Sie gesund!

68. Werbelisseeregatta – Flaute verhindert Wettkämpfe

Wenig Wind

Lange hatte die Abteilungsleitung Segeln de SV Stahl Finow e.V. überlegt, ob sie unter den Corona-Bedingungen 2020 bereit und in der Lage ist, die anstehende 68. Werbellinseeregatta zu organisieren und durchzuführen.

Wenig Wind
Wenig Wind

Letztlich hatte der Optimismus obsiegt und die Vorbereitungen wurden in Angriff genommen. Ein umfangreiches Hygienekonzept wurde entwickelt (und dann umgesetzt), die Teilnehmerzahlen reduziert und die verbindende Abendveranstaltung abgesagt. Wichtig war die Organisation eines sportlichen und fairen Wettkampfes.

Und insgesamt 108 Seglerinnen und Segler hatten dies gewürdigt und ihre Teilnahme in den vier Bootsklassen 20er-Jollenkreuzer, XY-lon, Pirat und 420er-Jolle rechtzeitig und online angemeldet und fast alle waren auch pünktlich angereist. Aufgrund der wenigen Regattatermine in diesem Jahr waren Sportsfreunde aus vielen Bundesländern dabei, neben Brandenburg vor allem aus Mecklenburg-Vorpommern. Die weiteste Anreise war aus Nordrhein-Westfalen und Bremen erfolgt.

Aber niemand konnte letztlich einen Sieg erringen und auch die Landesmeisterschaft in der Bootsklasse Pirat konnte nicht ausgesegelt werden.

Denn die herrschende Hochdruckwetterlage machte jeden Versuch zunichte, eine Wettfahrt zu fahren. Am Samstagvormittag hatte Wettfahrtleiter Olaf Winkelmann nach der Eröffnung um 09.30 Uhr noch Hoffnung auf zumindest 2 Windstärken, aber die für eine Rangliste bzw. Landesmeisterschaft erforderlichen stabilen mindestens 5 Knoten Windgeschwindigkeit wurden während des gesamten Samstages nie länger als maximal 15 Minuten erreicht. Danach drehte der Wind wieder oder flaute ab. Drehungen gab es dabei zwischen Südost bis West und mitunter kräuselte sich das Werbellinseewasser auch ein bisschen; richtig „Segeln“ aber ging nicht.

Die Bojen wurden zwar ausgelegt und wieder aufgenommen, aber ein fester Kurs konnte nicht definiert werden. Die Seglerinnen und Segler selbst warteten geduldig bei sengender Sonne auf dem Wasser vom Rausfahren gegen 10.30 Uhr bis 14.30 Uhr, als der Wettfahrtleiter dann die geplanten Wettfahrten mit dem Signal „Startverschiebung“ auf unbestimmte Zeit abbrach und zunächst der Hafen wieder angelaufen werden musste. Trotz leichten Auffrischens gegen 16.00 Uhr konnte auch dann keine Wettfahrt mehr organisiert werden.

Noch schlimmer wurde es am Sonntag. Der Werbellinsee war spiegelglatt und nicht einmal mehr die „Flautenbensel“ flatterten im nicht vorhandenen Wind. Startverschiebung an Land bis 12.00 Uhr. Dann musste die 68. Werbellinseeregatta ohne eine einzige Wettfahrt beendet werden, zum vierten Male seit 1952. Letzte Startmöglichkeit wäre 13.00 Uhr gewesen

Die Preise wurde deshalb im Anschluss unter den Sportsfreunden ausgelost, die bis zum Schluss ausgeharrt hatten; in der Klasse der 20er-Jollenkreuzer dabei unter allen 12 Besatzungen!

Am 2. Augustwochenende 2021 soll deshalb die 69. Werbellinseeregatta wieder durchgeführt werden, dann hoffentlich mit genügend Wind und einigen Besonderheiten zum 75. Geburtstag von Stahl Finow!

Erste Regatta 2020 bei Dauerregen und Wind

Steuerbordbug Richtung Ostern

Eine hervorragende Teilnahme und sehr gute bis anspruchsvolle Segelbedingungen machten die erste Wettfahrt der laufenden Saison  zu einem vollen Erfolg für die Teilnehmer und die Gastgeber vom Sportverein Stahl Finow e.V.

Steuerbordbug Richtung Ostern
Steuerbordbug nach Osten

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte auch die diesjährige Segelsaison wie so viele andere sportliche Events nicht wie geplant starten, umso sehnsüchtiger wurde ihr Start von den Seglerinnen und Seglern erwartet.

Der jährliche Schlepp zum Werbellinsee musste um ca. 5 Wochen nach hinten verschoben werden und fand erst zu Pfingsten statt.  Eine Woche später folgte das traditionelle Ansegeln, diesmal nur als Geschwaderfahrt über den See und ohne anschließendes Beisammensein.  Und auch der diesjährige Askaniercup musste ersatzlos ausfallen, da aufgrund der zwischenzeitlichen Änderungen hin zu einer „Umgangsverordnung“ der rechtliche Rahmen sich inzwischen zwar verbessert hat, aber die Vorbereitungszeit jetzt einfach zu kurz war, von der Problematik der Einhaltung der Abstandsregeln bei 150 ggf. teilnehmenden Kindern + Eltern und Trainern ganz zu schweigen.

Ein Vorteil des Segelsports ist aber ganz sicherlich, dass er im Prinzip immer an der frischen Luft stattfinden muss und ein zweiter, dass ein gewisser Abstand zwischen den Booten notwendig ist, sonst gibt es ungeliebte Schrammen. Insofern entschied sich die Abteilungsleitung der Segler von Stahl Finow, auf den Termin des nicht stattfindenden Askaniercups den sonst ebenfalls wegfallenden ersten Lauf der diesjährigen Seekreuzerregatta, d.h. die Wettfahrt der größten Sportsegelboote, zu legen. Der 2. Lauf findet traditionell, und so soll es auch 2020 sein, im September statt.

Und insgesamt 19 Kielkreuzer mit knapp 60 Teilnehmern von den Vereinen rund um den Werbellinsee hatten dies offenbar bereits erwartet und nahmen die Wettfahrt am vergangenen Sonnabend entschlossen in Angriff. Das Wetter hätte besser sein können, es regnete im Prinzip durchgängig und wurde zum Ende hin zum Wolkenbruch. Aber genügend Wind aus nordwestlicher Richtung entschädigte die Sportlerinnen und Sportler dafür durchaus.

Vor Wind vor Altenhof

Gestartet wurde pünktlich um 11.00 Uhr und dann ging es für alle Jachten zweimal Richtung Osten um den See und zurück zum Ausgangspunkt als Ziel mit der Wendemarke am Anfang der Wasserskistrecke.  Zu Runden galt es zu dem eine weitere Tonne vor Altenhof, so dass die wenigen Spaziergänger auch etwas zu sehen bekamen.

Durchschnittliche 4 Windstärken, in Böen auch 5, bedeuteten harte und gemeinschaftliche Arbeit auf den Booten vor allem bei den Wendemanövern auf der Kreuz gegen den Wind.  Aber genau deshalb wird der Sport ja betrieben!

Im Ergebnis benötigte die schnellste Jacht nur 2:11 (Stunden: Minuten) gesegelte Zeit für die gesamte Strecke! Ein hervorragendes Ergebnis, das allerdings in der Wertung keinen Bestand hatte, da der Skipper mit seiner Crew offenbar aufgrund von überbordendem sportlichen Ehrgeiz einen mit Tonnen abgesperrten Bereich durchfahren hatte und deshalb disqualifiziert (also Letzter!) wurde. Der Name und Weiteres wird deshalb hier nicht erwähnt, den Teilnehmern ist allses natürlich bekannt.

Somit ging der Sieg verdient an die Joachimsthaler Skipperin Katrin Braun mit Vorschoter Michael Nitz auf der Jacht „Albin Express“; gesegelt waren sie 2:17 Stunden; aufgrund der die individuellen Bootseigenschaften ausgleichenden Yardstick-Wertung wurden daraus 2:08 Stunden als Wertungszeit. Und auch Platz 2 ging an eine Steuerfrau: Jasmin Schmidt vom SV Stahl Finow e.V. mit der Crew Stefan Lauk und Paul Pinkau erreichte auf dem H-Boot eine Wertungszeit von 2:10 Stunden, nur 18 Sekunden schneller als der Drittplatzierte Carl Duhn auf einer Soling mit Willi Mews und Alexander Wehrmeister, alle Stahl Finow. Damit konnte Jasmin zwar den Sieg vom Vorjahr nicht wiederholen, hielt aber Verfolger Carl Duhn erneut hinter ihrer Crew.

In der 2. Klasse, der (langsameren) Boote mit einem Yardstickfaktor von höher als 113, gingen Platz 1 an Olaf Winkelmann und Platz 2 an Gerd Ritter mit Crew (beide Stahl Finow) und Platz 3 an Thomas Weidner auf seinem Eigenbau. (alle Ergebnisse auf manage2sail.)

Aufgrund der hervorragenden Windverhältnisse schaffte es im Übrigen selbst das „langsamste“ Boot, die „First 20“ von Roger Daniel in unter 3 Stunden zweimal über die Strecke (gesegelt 2:59; gewertet 2:35 Stunden), so dass im Ergebnis der Wettfahrt alle Seglerinnen und Segler mit ihren Ergebnissen durchaus zufrieden sein konnten und es (mit o.g. Ausnahme) auch waren.

Und für den Herbst ist bereits eine spannende Rückrunde zu erwarten!

Zunächst aber hat der Verein mit der Vorbereitung der diesjährigen 68. Werbellinseeregatta in Corona-Zeiten begonnen. Das traditionelle Trainingslager muss dabei leider ausfallen.

Mit Spinnaker

verspäteter Start auf dem Wasser

Liebe Sportfreunde, so langsam geht es auch auf dem Wasser bei Stahl Finow wieder los. Für die nähere Zukunft liegen folgende Termine an:

29.05.20, 14.00 Uhr – Kranen
30.05.20, 09.00 Uhr – Schlepp
06.06.20, 13.00 Uhr – Geschwaderfahrt zur Saisoneröffnung (leider in diesem Jahr ohne gemeinsamen Kaffee)
20.06.20, 1. Lauf Seekreuzer-Regatta (bis auf das Datum gilt die bekannte Ausschreibung: 1. Lauf Seekreuzer)

67. Werbellinseeregatta 2019

  • Hochklassiger Segelsport bei anspruchsvollen Bedingungen
  • Eckart/Jantz von Stahl Finow werden Landesmeister bei den Piraten

Unter durchaus anspruchsvollen Bedingungen fand am vergangenen Wochenende die 67.Werbellinseeregatta der Segler von Stahl Finow statt, diesmal nahezu unter Rekordbeteiligung.

20er Jollenkreuzer auf Backbordbug

Nach dem zahlenmäßigen Einbruch der Teilnehmerzahlen vor drei Jahren, war dem Verein bereits im Vorjahr die Stabilisierung gelungen und in diesem Jahr wurden die Vorjahresteilnehmerzahlen noch einmal deutlich getoppt. Zudem wurde die Werbellinseeregatta erneut in zwei Bootsklassen auch Landesmeisterschaft gewertet.

Mit fast 100 Booten in fünf Bootsklassen und mehr als 220 Teilnehmern auf dem Wasser, war die Regatta schon eine eindrucksvolle Kulisse sowohl für das Seglerherz als solches als auch die zahlreichen Schaulustigen, die bei gutem Sommer-Sonnen-Wetter vom Spring und vom Süßen Winkel oder der vorbeifahrenden „Altwarp“ aus spannende Wettkämpfe sehen konnten.

Neben den traditionellen Bootsklassen 20er-Jollenkreuzer, XY-lon und Pirat, waren diesmal sogar zwei Jugendklassen am Start, zusätzlich zu 420er-Jollen erstmals die neue Eventklasse 29er mit neun Booten. In allen anderen Klassen waren jeweils zwischen 18 und 25 Boote am Start, so dass immer auch eine Wertung als Ranglistenregatta möglich wurde.

Um den Jugendklassen und vor allem den 29ern optimale Wettkampfbedingungen zu bieten, hatte sich der Verein wie sonst bisher nur zum Askaniercup zur Teilung in zwei Startfelder entschieden. Unter Wettfahrtleiter Olaf Winkelmann starteten die drei traditionellen Erwachsenenklassen, während die Jugendboote unter Wettfahrtleitung von Christoph Laska separiert segelten. Dies forderte den Verein insbesondere im Hinblick auf die personellen und technischen Ressourcen, denn zwei Felder bedeutete jeweils zweimal Start- und Zielschiff, Schiedsrichter, Absicherungs- und Begleitboote. Und zusätzlich war nach den guten Erfahrungen des Vorjahres auch wieder ein Rot-Kreuz-Boot mit einer ausgebildeten Krankenschwester unterwegs; ein Arzt nahm als Segler teil, hätte aber jederzeit herausgelöst werden können. Um all dies organisatorisch abzusichern, mussten fast 30 Sportsfreunde auf die eigene Wettkampfteilnahme verzichten. Vor dem Hintergrund der gleichzeitig stattfindenden 140-Jahr-Feier zur Errichtung des Askanierturmes durch die Gemeinde Schorfheide und der starken Teilnehmerzahl war zudem die technische und logistische Unterstützung durch die Kanuten als Nachbarabteilung wieder unverzichtbar.

Gesegelt wurde auf dem westlichen Werbellinsee zwischen der Barschberg-Absperrung und Altenhof, wobei aufgrund der vorherrschenden südwestlichen Winde aus Richtung Altenhof in Richtung Eichhorst gestartet wurde, mit den Luv-Tonnen jeweils als westliche Begrenzung. Die Erwachsenen segelten vorrangig sogenannte „Olympische Kurse“, für die schnellsten Boote, die 20er-Jollenkreuzer, mit Zusatzdreieck, die Jugendlichen dagegen vorwiegend „Up-and-Down“-Kurse mit Luv-Tor. Der Wind war durchgängig ausreichend und frischte zeitweise auf mehr als 20 Knoten Windgeschwindigkeit bzw. fünf Windstärken bei leichten Drehungen auf, sodass insgesamt über beide Tage mehr als 10 Boote mindestens einmal unfreiwillig kenterten. In einem Fall erwischte es sogar einen der erfahrensten Wettfahrtsegler mit einem 20er Jollenkreuzer. Und während es die sportlichen Jollensegler im Regelfall schafften, ihre Boote innerhalb der Wettfahrt selbst wieder auf zu richten, war dies hier nicht mehr ohne technische Hilfe von den Sicherungsbooten möglich, was zugleich den Abbruch dieser Wettfahrt für die betroffenen Segler bedeutete. Aber natürlich nicht den Abbruch der Regatta. Auch leichtere Materialschäden waren zu verzeichnen, z.B. eine ausgerissene Fock (Vorsegel), sowie einige leichtere Verletzungen. Im Ergebnis war auch der Einsatz des Rot-Kreuz-Bootes wieder zielführend, allerdings gab es hier auch den einzigen wirklich negativen Zwischenfall, und zwar mit Surfern, die gar nicht zum Regattafeld gehörten, aber mehrfach durch den (Schifffahrtspolizeilich genehmigten) Absperrbereich unweit der Luv-Tonnen fuhren und dabei insbesondere die Jugendboote behinderten. Und auf diesen Verstoß gegen die Binnenschifffahrtsstraßenordnung angesprochen, beleidigten sie dann sogar noch den Bootsführer des Rot-Kreuz-Bootes. Ein Wort gab das andere und zum Schluss wurde sogar noch die Wasserschutzpolizei informiert, die allerdings gerade einen anderen Einsatz hatte…

Im Ergebnis schafften beide Wettfahrtleiter nach dem ersten Start am Sonnabend um 11 Uhr mit allen Klassen jeweils drei regelkonforme Wettfahrten und am Sonntag nach 10 Uhr noch einmal jeweils zwei, so dass letztlich in allen Klassen wie ausgeschrieben jeweils fünf Wertungsläufe erreicht worden waren, was für jede Crew die Streichung der jeweils schlechtesten Wertung ermöglichte. Dabei waren die Wertungen jeweils hart umkämpft und der Punktabstand zwischen Siegern und Platzierten im Endergebnis in keiner Klasse wirklich gravierend. Und wenn am Samstag aufgrund des relativ starken Windes sehr regelgetreu gesegelt wurde, so dass keine Frühstarts zu verzeichnen waren, so änderte sich dies am Sonntag mit den leicht schwächeren Winden sofort. In einer Klasse waren hier drei Frühstarts nacheinander zu bewältigen, sodass hier durchaus ein zeitlicher Verzug spürbar wurde, aufgrund der vorgegebenen Streckenlänge vor allem auf der Rückfahrt in den Hafen.

Im Ergebnis kann Stahl Finow sehr zufrieden sein:

Mit den Sportsfreunden Christian Eckart und Christopher Jantz in der Bootsklasse Pirat ging der Landesmeistertitel an die Gastgeber mit 12 Punkten nach fünf Wettfahrten, auch wenn in der offenen Wertung der Regatta selbst noch Phyllis und Donald Lippert vom Yachtclub Berlin Grünau vor ihnen gewertet wurden (9 Punkte), die auch die jeweils schnellste erste Kreuz, den sogenannten Horst-Bierbrauer-Pokal gewannen. Dritte von insgesamt 24 Booten wurden hier Andreas Magnus Ebel und Martin Ebel aus Güstrow. Die anderen Stahl Finower Segler belegten die Plätze 22 und 23, wurden also zumindest nicht letzte.

Auch in der Königsklasse, den 20er Jollenkreuzern, wurde der Stahl-Finower-Segler Tino Baldewein mit Crew Rene Vomering und Matthias Huhn insgesamt Zweiter (!) vor Jörg Witte mit Crew Karsten Schultz und Florian Weichert vom Tegeler SC. Der Sieg und die (hier offene) „Krone“ des Landesmeisters ging an aber Armin Eismann mit Crew Stefan Henkel und Bernd Muschke vom Berliner Segel-Club Argo mit zwei Punkten Vorsprung vor Baldewein. Aufgrund des unterschiedlichen Rennwertes der einzelnen 20er, waren hier aber noch zwei weitere „Erste“ in den langsameren Klassen B (Christian Höfer mit Crew aus Kirchmöser) und Klasse C (Stefan Lauk mit Crew von Stahl Finow) zu ehren. Auf den Plätzen folgen dann noch sieben weitere Boote vom Gastgeber; ein gutes Zeichen der Sportlichkeit!

XY-lon-Klasse

Ebenfalls neun eigene Sportboote von Stahl Finow starteten auch in der XY-lon-Klasse und sicherten damit den dortigen Siegern Bärbel und Stefan Klaus vom Schweriner Yachtclub sowie den Platzierten Thomas Heide/ Frank Steinmeyer sowie Mike Bartel/ Claudia Müller von den Lindower Regattaseglern zumindest ein wertiges Ergebnis, wenn sie sich auch keinen Platz im Spitzenfeld ersegeln konnten. Bei den Jugendklassen war dies ähnlich, wobei der 29er bisher bei Stahl Finow im Verein noch gar nicht gesegelt wird. Entsprechend gingen hier Sieg und zweiter Platz nach Potsdam an Marc Handschug/ Bastian Herrmann sowie Maxime Brevart/ Titus Schildhauer sowie Platz 3 nach Berlin (Amal Zschech/ Hakon Hertwig). Und bei den 420ern gingen sogar alle drei ersten Plätze nach Berlin, allerdings immerhin Platz 1 an Lisa-Marie Kühn/ Leon Forche vom PSB Dahme, die seit vielen Jahren immer wieder gerne Gast bei Stahl Finow und auch regelmäßige Teilnehmerin an dessen Trainingslager ist. Platz 2 ging an Frederik van Lawik/ Darian Wöhlert und Platz 3 an Clara Rietz/ Hannah-Sophie Weggässer. Die drei teilnehmenden Boote von Stahl Finow belegten hier Platz 12, 15 und 16.

29er

Toralf Reinhardt

Werbellinseeregatta 2019, Bilder v. 11.08.19

Werbellinseeregatta 2019, Bilder v. 10.08.19