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Regatta

Erste Regatta 2020 bei Dauerregen und Wind

Steuerbordbug Richtung Ostern

Eine hervorragende Teilnahme und sehr gute bis anspruchsvolle Segelbedingungen machten die erste Wettfahrt der laufenden Saison  zu einem vollen Erfolg für die Teilnehmer und die Gastgeber vom Sportverein Stahl Finow e.V.

Steuerbordbug Richtung Ostern
Steuerbordbug nach Osten

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte auch die diesjährige Segelsaison wie so viele andere sportliche Events nicht wie geplant starten, umso sehnsüchtiger wurde ihr Start von den Seglerinnen und Seglern erwartet.

Der jährliche Schlepp zum Werbellinsee musste um ca. 5 Wochen nach hinten verschoben werden und fand erst zu Pfingsten statt.  Eine Woche später folgte das traditionelle Ansegeln, diesmal nur als Geschwaderfahrt über den See und ohne anschließendes Beisammensein.  Und auch der diesjährige Askaniercup musste ersatzlos ausfallen, da aufgrund der zwischenzeitlichen Änderungen hin zu einer „Umgangsverordnung“ der rechtliche Rahmen sich inzwischen zwar verbessert hat, aber die Vorbereitungszeit jetzt einfach zu kurz war, von der Problematik der Einhaltung der Abstandsregeln bei 150 ggf. teilnehmenden Kindern + Eltern und Trainern ganz zu schweigen.

Ein Vorteil des Segelsports ist aber ganz sicherlich, dass er im Prinzip immer an der frischen Luft stattfinden muss und ein zweiter, dass ein gewisser Abstand zwischen den Booten notwendig ist, sonst gibt es ungeliebte Schrammen. Insofern entschied sich die Abteilungsleitung der Segler von Stahl Finow, auf den Termin des nicht stattfindenden Askaniercups den sonst ebenfalls wegfallenden ersten Lauf der diesjährigen Seekreuzerregatta, d.h. die Wettfahrt der größten Sportsegelboote, zu legen. Der 2. Lauf findet traditionell, und so soll es auch 2020 sein, im September statt.

Und insgesamt 19 Kielkreuzer mit knapp 60 Teilnehmern von den Vereinen rund um den Werbellinsee hatten dies offenbar bereits erwartet und nahmen die Wettfahrt am vergangenen Sonnabend entschlossen in Angriff. Das Wetter hätte besser sein können, es regnete im Prinzip durchgängig und wurde zum Ende hin zum Wolkenbruch. Aber genügend Wind aus nordwestlicher Richtung entschädigte die Sportlerinnen und Sportler dafür durchaus.

Vor Wind vor Altenhof

Gestartet wurde pünktlich um 11.00 Uhr und dann ging es für alle Jachten zweimal Richtung Osten um den See und zurück zum Ausgangspunkt als Ziel mit der Wendemarke am Anfang der Wasserskistrecke.  Zu Runden galt es zu dem eine weitere Tonne vor Altenhof, so dass die wenigen Spaziergänger auch etwas zu sehen bekamen.

Durchschnittliche 4 Windstärken, in Böen auch 5, bedeuteten harte und gemeinschaftliche Arbeit auf den Booten vor allem bei den Wendemanövern auf der Kreuz gegen den Wind.  Aber genau deshalb wird der Sport ja betrieben!

Im Ergebnis benötigte die schnellste Jacht nur 2:11 (Stunden: Minuten) gesegelte Zeit für die gesamte Strecke! Ein hervorragendes Ergebnis, das allerdings in der Wertung keinen Bestand hatte, da der Skipper mit seiner Crew offenbar aufgrund von überbordendem sportlichen Ehrgeiz einen mit Tonnen abgesperrten Bereich durchfahren hatte und deshalb disqualifiziert (also Letzter!) wurde. Der Name und Weiteres wird deshalb hier nicht erwähnt, den Teilnehmern ist allses natürlich bekannt.

Somit ging der Sieg verdient an die Joachimsthaler Skipperin Katrin Braun mit Vorschoter Michael Nitz auf der Jacht „Albin Express“; gesegelt waren sie 2:17 Stunden; aufgrund der die individuellen Bootseigenschaften ausgleichenden Yardstick-Wertung wurden daraus 2:08 Stunden als Wertungszeit. Und auch Platz 2 ging an eine Steuerfrau: Jasmin Schmidt vom SV Stahl Finow e.V. mit der Crew Stefan Lauk und Paul Pinkau erreichte auf dem H-Boot eine Wertungszeit von 2:10 Stunden, nur 18 Sekunden schneller als der Drittplatzierte Carl Duhn auf einer Soling mit Willi Mews und Alexander Wehrmeister, alle Stahl Finow. Damit konnte Jasmin zwar den Sieg vom Vorjahr nicht wiederholen, hielt aber Verfolger Carl Duhn erneut hinter ihrer Crew.

In der 2. Klasse, der (langsameren) Boote mit einem Yardstickfaktor von höher als 113, gingen Platz 1 an Olaf Winkelmann und Platz 2 an Gerd Ritter mit Crew (beide Stahl Finow) und Platz 3 an Thomas Weidner auf seinem Eigenbau. (alle Ergebnisse auf manage2sail.)

Aufgrund der hervorragenden Windverhältnisse schaffte es im Übrigen selbst das „langsamste“ Boot, die „First 20“ von Roger Daniel in unter 3 Stunden zweimal über die Strecke (gesegelt 2:59; gewertet 2:35 Stunden), so dass im Ergebnis der Wettfahrt alle Seglerinnen und Segler mit ihren Ergebnissen durchaus zufrieden sein konnten und es (mit o.g. Ausnahme) auch waren.

Und für den Herbst ist bereits eine spannende Rückrunde zu erwarten!

Zunächst aber hat der Verein mit der Vorbereitung der diesjährigen 68. Werbellinseeregatta in Corona-Zeiten begonnen. Das traditionelle Trainingslager muss dabei leider ausfallen.

Mit Spinnaker

67. Werbellinseeregatta 2019

  • Hochklassiger Segelsport bei anspruchsvollen Bedingungen
  • Eckart/Jantz von Stahl Finow werden Landesmeister bei den Piraten

Unter durchaus anspruchsvollen Bedingungen fand am vergangenen Wochenende die 67.Werbellinseeregatta der Segler von Stahl Finow statt, diesmal nahezu unter Rekordbeteiligung.

20er Jollenkreuzer auf Backbordbug

Nach dem zahlenmäßigen Einbruch der Teilnehmerzahlen vor drei Jahren, war dem Verein bereits im Vorjahr die Stabilisierung gelungen und in diesem Jahr wurden die Vorjahresteilnehmerzahlen noch einmal deutlich getoppt. Zudem wurde die Werbellinseeregatta erneut in zwei Bootsklassen auch Landesmeisterschaft gewertet.

Mit fast 100 Booten in fünf Bootsklassen und mehr als 220 Teilnehmern auf dem Wasser, war die Regatta schon eine eindrucksvolle Kulisse sowohl für das Seglerherz als solches als auch die zahlreichen Schaulustigen, die bei gutem Sommer-Sonnen-Wetter vom Spring und vom Süßen Winkel oder der vorbeifahrenden „Altwarp“ aus spannende Wettkämpfe sehen konnten.

Neben den traditionellen Bootsklassen 20er-Jollenkreuzer, XY-lon und Pirat, waren diesmal sogar zwei Jugendklassen am Start, zusätzlich zu 420er-Jollen erstmals die neue Eventklasse 29er mit neun Booten. In allen anderen Klassen waren jeweils zwischen 18 und 25 Boote am Start, so dass immer auch eine Wertung als Ranglistenregatta möglich wurde.

Um den Jugendklassen und vor allem den 29ern optimale Wettkampfbedingungen zu bieten, hatte sich der Verein wie sonst bisher nur zum Askaniercup zur Teilung in zwei Startfelder entschieden. Unter Wettfahrtleiter Olaf Winkelmann starteten die drei traditionellen Erwachsenenklassen, während die Jugendboote unter Wettfahrtleitung von Christoph Laska separiert segelten. Dies forderte den Verein insbesondere im Hinblick auf die personellen und technischen Ressourcen, denn zwei Felder bedeutete jeweils zweimal Start- und Zielschiff, Schiedsrichter, Absicherungs- und Begleitboote. Und zusätzlich war nach den guten Erfahrungen des Vorjahres auch wieder ein Rot-Kreuz-Boot mit einer ausgebildeten Krankenschwester unterwegs; ein Arzt nahm als Segler teil, hätte aber jederzeit herausgelöst werden können. Um all dies organisatorisch abzusichern, mussten fast 30 Sportsfreunde auf die eigene Wettkampfteilnahme verzichten. Vor dem Hintergrund der gleichzeitig stattfindenden 140-Jahr-Feier zur Errichtung des Askanierturmes durch die Gemeinde Schorfheide und der starken Teilnehmerzahl war zudem die technische und logistische Unterstützung durch die Kanuten als Nachbarabteilung wieder unverzichtbar.

Gesegelt wurde auf dem westlichen Werbellinsee zwischen der Barschberg-Absperrung und Altenhof, wobei aufgrund der vorherrschenden südwestlichen Winde aus Richtung Altenhof in Richtung Eichhorst gestartet wurde, mit den Luv-Tonnen jeweils als westliche Begrenzung. Die Erwachsenen segelten vorrangig sogenannte „Olympische Kurse“, für die schnellsten Boote, die 20er-Jollenkreuzer, mit Zusatzdreieck, die Jugendlichen dagegen vorwiegend „Up-and-Down“-Kurse mit Luv-Tor. Der Wind war durchgängig ausreichend und frischte zeitweise auf mehr als 20 Knoten Windgeschwindigkeit bzw. fünf Windstärken bei leichten Drehungen auf, sodass insgesamt über beide Tage mehr als 10 Boote mindestens einmal unfreiwillig kenterten. In einem Fall erwischte es sogar einen der erfahrensten Wettfahrtsegler mit einem 20er Jollenkreuzer. Und während es die sportlichen Jollensegler im Regelfall schafften, ihre Boote innerhalb der Wettfahrt selbst wieder auf zu richten, war dies hier nicht mehr ohne technische Hilfe von den Sicherungsbooten möglich, was zugleich den Abbruch dieser Wettfahrt für die betroffenen Segler bedeutete. Aber natürlich nicht den Abbruch der Regatta. Auch leichtere Materialschäden waren zu verzeichnen, z.B. eine ausgerissene Fock (Vorsegel), sowie einige leichtere Verletzungen. Im Ergebnis war auch der Einsatz des Rot-Kreuz-Bootes wieder zielführend, allerdings gab es hier auch den einzigen wirklich negativen Zwischenfall, und zwar mit Surfern, die gar nicht zum Regattafeld gehörten, aber mehrfach durch den (Schifffahrtspolizeilich genehmigten) Absperrbereich unweit der Luv-Tonnen fuhren und dabei insbesondere die Jugendboote behinderten. Und auf diesen Verstoß gegen die Binnenschifffahrtsstraßenordnung angesprochen, beleidigten sie dann sogar noch den Bootsführer des Rot-Kreuz-Bootes. Ein Wort gab das andere und zum Schluss wurde sogar noch die Wasserschutzpolizei informiert, die allerdings gerade einen anderen Einsatz hatte…

Im Ergebnis schafften beide Wettfahrtleiter nach dem ersten Start am Sonnabend um 11 Uhr mit allen Klassen jeweils drei regelkonforme Wettfahrten und am Sonntag nach 10 Uhr noch einmal jeweils zwei, so dass letztlich in allen Klassen wie ausgeschrieben jeweils fünf Wertungsläufe erreicht worden waren, was für jede Crew die Streichung der jeweils schlechtesten Wertung ermöglichte. Dabei waren die Wertungen jeweils hart umkämpft und der Punktabstand zwischen Siegern und Platzierten im Endergebnis in keiner Klasse wirklich gravierend. Und wenn am Samstag aufgrund des relativ starken Windes sehr regelgetreu gesegelt wurde, so dass keine Frühstarts zu verzeichnen waren, so änderte sich dies am Sonntag mit den leicht schwächeren Winden sofort. In einer Klasse waren hier drei Frühstarts nacheinander zu bewältigen, sodass hier durchaus ein zeitlicher Verzug spürbar wurde, aufgrund der vorgegebenen Streckenlänge vor allem auf der Rückfahrt in den Hafen.

Im Ergebnis kann Stahl Finow sehr zufrieden sein:

Mit den Sportsfreunden Christian Eckart und Christopher Jantz in der Bootsklasse Pirat ging der Landesmeistertitel an die Gastgeber mit 12 Punkten nach fünf Wettfahrten, auch wenn in der offenen Wertung der Regatta selbst noch Phyllis und Donald Lippert vom Yachtclub Berlin Grünau vor ihnen gewertet wurden (9 Punkte), die auch die jeweils schnellste erste Kreuz, den sogenannten Horst-Bierbrauer-Pokal gewannen. Dritte von insgesamt 24 Booten wurden hier Andreas Magnus Ebel und Martin Ebel aus Güstrow. Die anderen Stahl Finower Segler belegten die Plätze 22 und 23, wurden also zumindest nicht letzte.

Auch in der Königsklasse, den 20er Jollenkreuzern, wurde der Stahl-Finower-Segler Tino Baldewein mit Crew Rene Vomering und Matthias Huhn insgesamt Zweiter (!) vor Jörg Witte mit Crew Karsten Schultz und Florian Weichert vom Tegeler SC. Der Sieg und die (hier offene) „Krone“ des Landesmeisters ging an aber Armin Eismann mit Crew Stefan Henkel und Bernd Muschke vom Berliner Segel-Club Argo mit zwei Punkten Vorsprung vor Baldewein. Aufgrund des unterschiedlichen Rennwertes der einzelnen 20er, waren hier aber noch zwei weitere „Erste“ in den langsameren Klassen B (Christian Höfer mit Crew aus Kirchmöser) und Klasse C (Stefan Lauk mit Crew von Stahl Finow) zu ehren. Auf den Plätzen folgen dann noch sieben weitere Boote vom Gastgeber; ein gutes Zeichen der Sportlichkeit!

XY-lon-Klasse

Ebenfalls neun eigene Sportboote von Stahl Finow starteten auch in der XY-lon-Klasse und sicherten damit den dortigen Siegern Bärbel und Stefan Klaus vom Schweriner Yachtclub sowie den Platzierten Thomas Heide/ Frank Steinmeyer sowie Mike Bartel/ Claudia Müller von den Lindower Regattaseglern zumindest ein wertiges Ergebnis, wenn sie sich auch keinen Platz im Spitzenfeld ersegeln konnten. Bei den Jugendklassen war dies ähnlich, wobei der 29er bisher bei Stahl Finow im Verein noch gar nicht gesegelt wird. Entsprechend gingen hier Sieg und zweiter Platz nach Potsdam an Marc Handschug/ Bastian Herrmann sowie Maxime Brevart/ Titus Schildhauer sowie Platz 3 nach Berlin (Amal Zschech/ Hakon Hertwig). Und bei den 420ern gingen sogar alle drei ersten Plätze nach Berlin, allerdings immerhin Platz 1 an Lisa-Marie Kühn/ Leon Forche vom PSB Dahme, die seit vielen Jahren immer wieder gerne Gast bei Stahl Finow und auch regelmäßige Teilnehmerin an dessen Trainingslager ist. Platz 2 ging an Frederik van Lawik/ Darian Wöhlert und Platz 3 an Clara Rietz/ Hannah-Sophie Weggässer. Die drei teilnehmenden Boote von Stahl Finow belegten hier Platz 12, 15 und 16.

29er

Toralf Reinhardt

Werbellinseeregatta 2019, Bilder v. 11.08.19

Werbellinseeregatta 2019, Bilder v. 10.08.19

Askaniercup 2019

Der Opti-Sieger kam aus Essen

Spannendes Finale bei den Laser Radial – in der allerletzten Wettfahrt!

Mit dem 4. Askaniercup, d.h. der gemeinsamen Opti-Laser-Ranglistenwettfahrt,  haben die Segler von Stahl Finow am vergangenen Wochenende wieder ein aus seglerischer Sicht anspruchsvolles und anstrengendes Sportereignis erfolgreich organisiert und durchgeführt.

Mutmaßlich aufgrund des ungünstigen frühen Ferienbeginns in Berlin und Brandenburg, aber auch einem bundesweiten Trend folgend, war die Beteiligung in diesem Jahr etwas geringer als in den Vorjahren. Aber es konnten wieder alle fünf traditionellen Klassen gestartet werden, wenn es auch bei den Lasern Radial diesmal nicht für eine Ranglistenwertung reichte. Und als letzte Ranglistenregatta vor der Deutschen Meisterschaft waren auch diesmal wieder einige Gäste aus anderen Bundesländern dabei. Die meisten Segler kamen aber natürlich aus Berlin und Brandenburg. Jugendwart Maik Jäckel vom Gastgeber schickte 10 Seglerinnen und Segler ins Rennen.

Insgesamt gut 60 Boote waren am Start und der Segler mit der weitesten Anreise sollte schlussendlich auch das beste Resultat mit nach Hause nehmen können. Aufgrund der durchaus unterschiedlichen seglerischen Fähigkeiten war es nötig, insgesamt drei verschiedene Kurse auf dem Werbellinsee auszulegen. Und für jeden Kurs war ein entsprechend qualifizierter Wettfahrtleiter mit einer entsprechenden Crew erforderlich. Für die beiden Laser-Klassen konnte als Gast vom Revier Brandenburg der Sportsfreund Knut Hohenstein gewonnen werden, die Opti-Anfänger betreute Lars Schulz vom Gast gebenden Verein und die problematischsten Klassen Opti B und Opti A betreuten Christoph Laska von Stahl Finow und Ron Wiesner vom Yachtclub Schorfheide Joachimsthal gemeinsam. Verteilt über den gesamten See vom „Süßen Winkel“ bis kurz vor Altenhof konnten zahlreiche Schaulustige von Land und See aus spannende Wettkämpfe mit ansehen, insbesondere die vielen Badegäste vom Spring hatte einen hervorragenden Blick auf die einzelnen Wettfahrten und dabei vor allem die schnellen Laser-Boote.

Das Wetter war „in Ordnung“, es regnete nicht, aber der Wind hätte durchaus stärker sein können. Insbesondere am Sonntag musste regelmäßig gemessen werden, ob die Wettfahrtbedingungen noch regelkonform sind, da die östlichen Winde zeitweise bis auf zwei Knoten Geschwindigkeit abflauten und dadurch auch die einzelnen Wettfahrten etwas länger als vom Grunde her zulässig wurden. Zu den Starts waren die nötigen vier Knoten aber immer vorhanden und unter leichtem Drehen kamen nach den Flautephasen immer wieder Zeiten mit mehr Wind. Hier waren namentlich die fortgeschrittenen Optis, die am weitesten in Richtung Altenhof segelten, bevorzugt. Denn durch Breite des Werbellinsees an dieser Stelle konnte sich der wenige Wind richtig aufbauen und dazu kam, dass durch das Segeln mit Inner- und Außer-Loup die beiden Klassen auch genügend Platz auf dem See zur Entfaltung hatten und dem Wind folgend segeln konnten.

Letztlich schafften sowohl die beiden Laserklassen als auch die beiden fortgeschrittenen Opti-Klassen jeweils am Sonnabend 4 und am Sonntag 2, d.h. insgesamt 6 Wettfahrten und auch bei den Anfängern standen zum Schluss 5 auf dem Papier. Dadurch konnte in allen Klassen jeder Segler bzw. jede Seglerin ihr schlechtestes Resultat streichen und einen ausgewogene Gesamtwertung erreicht werden. Dabei wurde insgesamt fair gesegelt, wenn es auch am Samstag mehrere, z.T. unbegründete Proteste z.B. wegen unerlaubten Vortriebes (typisch für Wenig-Wind-Wettfahrten!) gegeben hatte und sowohl am ersten als auch am zweiten Wettfahrttag die ungeduldigen unter den Seglern mehrere Frühstarts zu verantworten hatten. Sachschäden blieben dafür aufgrund der vergleichsweise geringeren Geschwindigkeiten aus.

Im Ergebnis ging der Sieg in der spannendsten Klasse, nämlich den bei besten Opti-Seglern, die demnächst auf den Laser (oder 420er) umsteigen wollen, tatsächlich an den Essener Turn- und Fechtverein! Paul Sigge vom ETFV hatte unmittelbar vor der Deutschen Meisterschaft offenbar noch ein paar Rangliste-Punkte gebraucht, andererseits die Zweit- und Drittplatzierten Berliner Eva Wiese und David Buchler mit drei Siegen, einem 2. Platz, einem 4. Platz und einem –gestrichenen- 5. Platz auch deutlich  in die Schranken verwiesen. Bester Brandenburger wurde hier Hannes Braune vom Segelverein Märkischer Adler auf Platz 5, der beste Segler von Stahl Finow war hier Milo Pachali auf Platz 19 von 25.

Der jüngere Bruder Silas Pachali belegte dafür bei den Optis B den 5. Platz von 23 Seglern, wobei Finn Rustler von der Tegeler Segelgemeinschaft vor Amelie Röpke vom Schwielochsee siegte. Weitere Segler von Stahl Finow waren Edwin Fielitz auf Platz 16, Timon Siedler auf Platz 21 und Meta Siedler auf Platz 23, wobei beide aber erst seit kurzem in der Leistungsklasse B segeln.

Bei den Anfängern gingen im Übrigen der 1. und der 2. Platz an ein Mädchen, womit erneut die relative Gleichwertigkeit der Leistungen aller Geschlechter beim Segeln augenscheinlich ist.  Segeln ist ein Sport für Körper und Geist, der Ausdauer und Kraft zugleich verlangt; aber nicht immer von allem gleich viel! Hinter Karoline Lander vom Müggelsee landete Henrike Ploschenz vom Gast gebenden Stahl Finow und mit Max Willi Fenger vom Eisenbahner Segelverein Kirchmöser erreichte hier der erste Junge den Platz 3.

Und ebenso siegte Sophie Isabel Elbrandt von den Lindower Regatta Seglern in der Jugendklasse Laser 4.7, die mit insgesamt 10 Startern glücklich die Bedingungen für eine Ranglistenwertung erfüllte. Leider war hier kein Starter von Stahl Finow dabei.

Abschließend –und das sei betont- siegte in der bei dieser Regatta größten Bootsklasse Laser Radial jedoch Friedrich Kräft punktgleich vor Tom Zwicker, beide Stahl Finow! Und beide hatten jeweils drei Siege und drei 2. Plätze in ihrer Bootsklasse erreicht, so dass der Sieg an Friedrich Kräft nur deshalb ging, weil er die letzte von allen Wettfahrten auf der letzten Kreuz für sich entscheiden konnte. Spannender geht es nicht und ein toller Saisonabschluss!

Glückwunsch an alle Sieger und Platzierten!

Jetzt folgt für alle ambitionierten Regattasegler die Deutsche Meisterschaft, diesmal in Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern  als Saisonabschluss 2018/19 und für Stahl Finow beginnt mit dem traditionellen Trainingslager vom 21.-26.07.19 die neue Regattaserie 2019/20!

Toralf Reinhardt

Bilder zum Askaniercup 2019

Bilder zur Seekreuzerregatta

Sportlicher Kielkreuzerauftakt 2019

Jasmin Schmidt siegt auch in der Kreuzerklasse

Eine hervorragende Teilnahme und sehr gute bis anspruchsvolle Segelbedingungen machten die erste Wettfahrt der diesjährigen Kielkreuzerregatta der Segler zu einem vollen Erfolg für die Gastgeber vom Sportverein Stahl Finow e.V.

20 Boote, d.h. aber auch gut 50 Seglerinnen und Segler aus vier Vereinen kämpften am 01.  Juni in zwei Klassen fair und sportlich um die Plätze. Neben den Gastgebern von Stahl Finow waren das natürlich unsere Segelfreunde vom Yachtclub  Schorfheide Joachimsthal und vom SWVW Altenhof, aber auch ein Team vom Parsteinsee.

Nachdem an der Frühjahrsregatta vor zwei Wochen bereits 19 Kielkreuzer teilgenommen hatten, war diesmal noch ein Boot mehr am Start. Wettfahrleiter Martin Sieker hatte das Gesamtfeld entsprechend der Ausschreibung in zwei Klassen von neun bzw. elf Booten eingeteilt, einmal die schnelleren Boote mit einem Yardstick-Faktor bis zu 113 und dann die langsameren mit einem höheren Faktor von bis zu 128, den Wert hat der „Milan“ von Familie Ebert.

Traditionell wird die Gesamtregatta für die größten Boote  vom Werbellinsee in zwei Wettfahrten gesegelt, einmal im Mai/Juni und einmal im September. Wobei bereits die Wettfahrt am 01.06.19 ungefähr die doppelte Länge gegenüber der zwei Wochen vorher stattfindenden offenen Frühjahrsregatta für alle Bootsklassen hatte.

Martin Sieker hatte diesmal drei Tonnen legen lassen; die Boje 1 vor dem Spring, die Boje 2 vor Altenhof und die Wendeboje 3 vor der Wasserskistrecke. Im Regelfall wurde Backbord gerundet, nur die Boje 2 musste naturbedingt auf der Kreuz im Gegensatz zum Raumschoot- bzw. Vorwindkurs an Steuerbord bleiben. Der Gesamtkurs musste zweimal nacheinander absolviert werden, wobei auf der letzten Kreuz dann die Start- auch wieder zur Ziellinie wurde.

Die Startlinie lag vor dem Campinplatz Spring, so dass zahlreiche Zuschauer vom Ufer aus den Start beobachten konnten und vor allem, um regelkonform gegen den Wind zur Boje 1 starten zu können. Pünktlich um 11.00 Uhr erfolgte das Startsignal und viele Jachten waren unmittelbar an der Linie. Fast alle starteten mit Backbordbug und viele nahe vom Startschiff, um möglichst auf kurzem Wege zur Boje 1 zu kreuzen.  Außerdem war bei leicht drehendem Wind die Starttonne nicht so weit bevorteilt, dass sich ein Start auf Steuerbord empfohlen hätte.

Trotz des relativ großen Feldes segelten sich auf der kurzen Kreuz bereits zu diesem Zeitpunkt die „Sephia“, das H-Boot von Stefan Lauk, und die „Charon“, der Soling von Willi Mews (beide Stahl Finow), frei und gingen als erste um die Wendemarke auf die Vorwindstrecke und waren von da an für alle anderen Boote auch nicht mehr einzuholen. Stefan Lauk hatte als Crew diesmal nicht nur seinen Neffen Paul Pinkau dabei, sondern als Steuerfrau Jasmin Schmidt angeheuert, die vor zwei Wochen bereits die Frühjahrsregatta auf dem „Feuervogel“ von Maik Jäckel gewonnen hatte. Und trotz permanentem Kampf von Willi Mews und seiner Crew Carl Duhn und Luisa Kolenda, beherrschte Jasmin offenkundig auch den Kielkreuzer und gewann letztlich nach ca. gut 30 Kilometern und über zwei Stunden und zehn Minuten Wettfahrt verdient mit 50 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten, wobei in der Regattawertung aufgrund ihres schlechten Yardstickfaktors sich dann sogar noch die „Nessie“ von Olaf Winkelmann mit Crew Robert und Dirk Wilke zwischen die beiden anderen Boote schob und rechnerisch Zweiter wurde.

Einen guten Start hatten aber auch die „Reara“ von Werner und Petra Kroll mit Crew Toralf Reinhardt und Margit Kerkow, die letztlich Vierte hinter den drei deutlich kleineren o.g. Booten wurden, sowie die „Selekta“ von Hans-Joachim Gerlach mit Crew Stefan Knoll und Maik Schade. Skipper Gerlach war an der Boje 1 noch deutlich hinter der „Reara“  auf den Vorwindkurs gegangen, hatte aber den Abstand permanent verringert und die „Reara“ dann auf dem ersten Schenkel von der 2 zur 3 mit einer tollen seglerischen Leistung in Lee unterlaufen. Obwohl er in der Folge ca. zweieinhalb Minuten Vorsprung heraussegelte (Zielzeit 2:21 Stunden), wurde er aufgrund seines guten Rennwertes letztlich aber nur als 7. gewertet. Nur 40 Sekunden nach ihm kam dann mit der „Aphrodite“ von Gerd Ritter und Crew Florian Lamprecht sowie Volker Keuchel dann bereits das erste Boote der langsameren Klasse ins Ziel; auch dies eine tolle seglerische Leistung, denn die gewertete Zeit war nur 4 Sekunden langsamer als die von Gesamtsiegerin Jasmin Schmidt.

Aber auch auf den hinteren Plätzen wurde sich nichts geschenkt. Es wurde hart am Wind gesegelt. Trotz böigen und leicht drehenden Windes aus Süd bis West mit Stärken bis zu 5 Beaufort und einzelnen Böjen in 6, wurden keine Reffs geschlagen. Die großen Boote fuhren mit Genua statt Fock und die kleineren führten sogar die Spinacker, trotzdem brauchte die langsamste Jacht mehr als drei Stunden für den Gesamtkurs. Größere Schäden blieben zum Glück aus, ein Zusammenstoß der Masten von „Reara“ und „Venti Amica“ nach einer plötzliche Böe im Begegnungskurs zwischen den Bojen 2 und 3, führte zwar zur Beschädigung von Windmesser und Verklicker, hätte aber wesentlich schlimmer ausgehen können.

Entsprechend gespannt sind die Kreuzer-Seglerinnen und Segler jetzt bereits auf die Herbstwettfahrt am 21.09.; nächster Höhepunkt bei Stahl Finow ist jetzt aber der Askaniercup am ersten Ferienwochenende (22./23.06.).

Toralf Reinhardt

Bilder zur Frühjahrsregatta 2019

Frühjahrsregatta 2019

Zu ihrer diesjährigen Frühjahrsregatta, der 67. seit Gründung der Abteilung bzw. Sektion Segeln von Stahl Finow, trafen sich am vergangenen Sonnabend nicht nur die Kanuten, sondern auch die Seglerinnen und Segler vom Werbellinsee. Neben den Gastgebern von Stahl Finow waren natürlich auch die anderen Vereine vom See, namentlich Altenhof und Schorfheide Joachimsthal, aber auch einige andere Segler z.B. vom Parsteinsee vertreten.

Das besondere der Frühjahrsregatta ist seit der Abkopplung von den früheren Kreismeisterschaften, dass im Prinzip jeder gegen jeden segelt, auch wenn im Nachgang in drei verschiedenen Klassen gewertet wird. Dadurch wird das Seglerfeld größer, aber auch der Spaß und Spannungsfaktor steigt. In diesem Jahr hat Wettfahrtleiter Martin Sieker zudem auf den Start in einem Zeitfenster verzichtet und das traditionelle Verfahren -alle starten zur gleichen Zeit und erst beim Zieldurchgang wird die Zeit gemessen- gewählt. Das erhöhte die Anforderungen, denn natürlich ist ein guter Start Voraussetzung für eine gute Wettfahrt.
Mit insgesamt 34 teilnehmenden Booten, also etwas mehr als 80 Seglern und Seglerinnen insgesamt, war auch die Beteiligung für eine Frühjahrsregatta außerordentlich gut. Als letzte Jacht meldeten sich sogar mit der Jacht Euros die Segler Thomas und Sabine Weidner erst unmittelbar vor dem Start auf dem Wasser an.

Die Startlinie in Höhe Barschberg war entsprechend breit gelegt, so dass es zwar sportlich anspruchsvoll aber seglerisch machbar war. Drei Jachten insgesamt schafften dabei sogar einen Null-Start, d.h. sie waren beim Startsignal unmittelbar an der Linie, aber noch nicht darüber hinaus. Bei den hervorragenden Bedingungen mit einem Ost- bis Südostwind zwischen 2 und 4 Windstärken, in Böen auch 5 und einzeln 6 Beaufort, Sonnenschein und wenigen anderen Booten auf dem See, entbrannte nach dem pünktlichen Start um 13.00 Uhr auf der Kreuz in Richtung Altenhof schnell der seglerische Wettstreit zwischen den großen Jachten und Kielkreuzern aber auch den kleinen Jollen.
Gesegelt wurden insgesamt knapp 20 Kilometer, d.h. vom Start ging es kreuzend bis vor Altenhof. dort war eine Boje gelegt, die es an Backbord zu runden galt, und dann ging es kreuzend bis ungefähr zur Wasserskistrecke, wo die Wendemarke erneut Backbord zu runden war. Den Abschluss der Wettfahrt bildete eine Raumschoot- bis Vorwindstrecke zurück zur Startlinie, die zugleich als Zieleinlauf fingiert.
Trotz dieser langen Strecke kam es dennoch zu einem für Seglerverhältnisse fast Fotofinisch: d.h. die beiden ersten Boote, die 20er-Jollenkreuzer Feuervogel und My Grant kamen mit einem Abstand von 6 Sekunden nach 1:10 Stunden ins Ziel. Den Sieg und damit das „Blaue Band“ vom Werbellinsee holte sich Steuerfrau Yasmin Schmidt mit Crew Maik Jäckel und Peter Kierstein vor Steuermann Willi Mews mit Crew Luisa Kolenda und Carl Duhn. Als erstes Kielboot kam weitere 11 Sekunden später die Atalanta mit Steuermann Rene Kardokus und Crew Annett Kardokus sowie Arne Siedler ins Ziel. Und auch in dieser Bootsklasse gab es zwischen den darauf folgenden Jachten Reara (Werner und Petra Kroll sowie Toralf Reinhardt) sowie Selekta (Hans-Joachim Gerlach und Maik Schade) ein spannendes Match- bei geschätzten 40 cm Unterschied wurde ein Zeitabstand von einer Sekunde gewertet! Und nur weitere 3 Sekunden später kam dann noch Stefan Lauk mit Eva und Regina Lindt auf der Sepia ins Ziel.
Beste Jolle wurde die Jugendbesatzung Tom-Luca Voigt und Nils Grosse auf dem 420er Nr.54023 vor dem einzigen Einhandsegler Dr. Thomas Pötsch auf der Seggerling (Zeitunterschied auch nur 8 Sekunden). Gewertet wurden hier 8 Boote, bei den Jollenkreuzern 7 Boote und sogar 19 bei den Jollenkreuzern, wobei durch das Yardsticksystem, dass die unterschiedlichen Segeleigenschaften der Boote mit einem Rechenfaktor auszugleichen sucht, die gesegelte Zeit nicht immer der gewerteten entsprach, so war z.B. Dr. Pötsch eigentlich 8 Sekunden vor den Jungs durchs Ziel gegangen.

Der Gesamtsieg bleib dennoch bei Yasmin Schmidt und ihrer Crew, bei den Kielkreuzern aber ging er auch nicht an Rene Kardokus, sondern an Olaf Winkelmann mit Crew Birgit Lauk-Pinkau und Stefan Greininger, die zwar knapp 3 Minuten langsamer waren, aber mit der Yacht Nessie einen wesentlich schlechtern Yardstickfaktor haben.
Zufrieden waren letztlich alle Teilnehmer! Es gab weder Personen- noch Materialschäden, es wurde fair gesegelt, war anspruchsvoll, ein tolles Gemeinschaftserlebnis und mit der Neuerung des gemeinsamen Starts aller Boote auf einmal auch äußerst spannend! Jetzt folgt in zwei Wochen der erste Lauf der Kielkreuzerregatta und dann am ersten Ferienwochenende der diesjährige Askaniercup.

Ergebnisse bei der Frühjahrsregatta:

Toralf Reinhardt