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Jugend

5. Askaniercup: Corona konform

Laser am Start

Am vergangenen Wochenende veranstalteten die Segler von Stahl Finow erfolgreich ihren 5. Askaniercup. Nach der Corona bedingten Absage vom Vorjahr, war der Wille, wieder einen hochkarätigen sportlichen Wettkampf auf dem Werbellinsee vorrangig für die jungen und jüngsten Segler/innen des Vereins und des Verbandes Brandenburgischer Segler zu organisieren, im Verein stark ausgeprägt.

Laser am Start


Bereits Ende des Vorjahres, als aufgrund der sich entwickelnden 3. Welle der Pandemie noch niemand an die derzeitig „guten“ Zahlen glauben konnte, wurden umfangreiche Vorbereitungen getroffen, zu denen neben der Anmeldung des Wettkampfes, der Organisation von Helfern, Verpflegung, Schiedsrichtern, Wettfahrtleitern u.v.m. vor allem die Erstellung eines umfangreichen Hygienekonzeptes z.B. zur Durchsetzung der A-H-A-Regeln gehörte. Deren einschneidendste Festlegung war sicherlich das Verbot der Übernachtung auf dem Vereinsgelände, denn dadurch wurde für externe Segler die Teilnahme an der zweitägigen Veranstaltung wesentlich erschwert. Und trotz der gegenwärtigen gesetzlichen Lockerungen wurde das Konzept zum Schutze aller auch umgesetzt.
Umso mehr freute sich die 30-köpfige Crew um Regattaobmann Carl Duhn, das dann doch nahezu ingesamt 80 Meldungen in den fünf ausgeschriebenen Bootsklassen zusammen kamen. Und trotz des Übernachtungsverbotes kamen die Teilnehmer/innen dann doch aus insgesamt sechs Bundesländern. Neben den Berliner und Brandenburger Junioren-Seglern waren hier Sportsfreude aus Sachsen, Hamburg, Niedersachsen und Bremen am Start. Und in der vom Alter her größten Bootsklasse, Laser Radial, ging mit Dora Gomercic von den Gifthorner Seglern sogar eine Seglerin für die Niederlande an den Start (Boot NED 006). Grund für die gute Beteiligung war sicherlich auch das Wegfallen zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen. Besonders weit angereist waren z.B. auch die Sportsfreunde aus Lübeck, aus Schaumburg-Lippe oder Wolfsburg.
Lediglich in der Klasse der Jüngsten (Opti C) sah es aufgrund der Anfahrtsprobleme mit der Beteiligung nicht so gut aus, hier ist der Wille zum sportlichen Wettkampf außerhalb des Vereins dann offenbar doch noch nicht so ausgeprägt.
So entschied sich die Wettfahrtleitung nach intensiver Prüfung und Ablauf der Anmeldefrist, diese Klasse wegfallen zu lassen und den jüngsten Seglern, die bereits gemeldet hatten, die Teilnahme in der höheren Klasse B zu ermöglichen oder das Startgeld zurück zu zahlen. Für eine Ranglisten-Wertung hätten es wenigsten zehn Teilnehmer in der Klasse C sein müssen, und diese Zahl wurde nicht erreicht. Da aber doch mehrere sehr junge Segler sich dann für die Teilnahme bei den Fortgeschrittenen entschieden, wurde letztlich anhand der dort erreichten Ergebnisse zumindest auch eine eigene C-Wertung bei der Siegerehrung prämiert, wenn auch keine Ranglistenwertung.
Aufgrund der insgesamt fast 80 Boote (übrigens sämtlich Ein-Hand-Boote und mithin Corona-unproblematisch), wurde das Gesamtfeld in zwei Teile geteilt. Die Optis der Klassen B und A segelten unter Wettfahrtleiter Christoph Laska ihre Kurse vor allem zwischen Süßem Winkel, Spring und Polizeibucht, während die Klassen Laser 4.7 und Laser Radial weiter östlich bis kurz vor Altenhof auf dem See unterwegs waren.
In allen vier Klassen wurden jeweils fünf Wettfahrten von jeweils einer knappen Stunde gesegelt. Erster Start war Sonnabend kurz nach 11 Uhr und es folgten noch zwei weitere Wettfahrten jeweils im Anschluss an die vorangegangene und am Sonntag wurden dann noch einmal zwei Wettfahrten ab 10 Uhr gesegelt, so dass im Ergebnis in jeder Klasse jede/r einzelne Segler/in das schlechteste seiner/ihrer fünf Ergebnisse streichen konnte.
Die Bedingungen auf dem See verlangten dabei den jungen Seglerinnen und Seglern einiges ab: Mehrere, z.T. intensive, aber zum Glück kurze Regenschauer am Samstag beeinträchtigten nicht nur das Wohlempfinden auf dem Wasser, sondern führten im Zusammenhang auch zu zahlreichen Drehern des grundsätzlich aus Nordwest kommenden Windes, zum Abflauen und wieder Zunehmen, so dass die wechselnden Windstärken zwischen einer und drei mit Böen von vier Windstärken den Sportlern einiges an Bootsbeherrschung abverlangten. Am Sonntag regnete es zwar nicht mehr, dafür aber frischte der Wind weiter auf. Einzelne Böen gingen jetzt bis zur Sechs. Im Ergebnis kenterten mindestens ein Opti und zwei Laser, aber da die Segler/innen gut trainiert waren, richteten sie ihre Boote wieder auf, schöpften das hinein geströmte Wasser heraus und setzten die Wettfahrt fort, natürlich um ein paar Plätze zurück gefallen.
Insgesamt war es eine sehr faire und regelkonforme Regatta, Sach- und Materialschäden wurden nicht gemeldet und die vier Schiedsrichter hatten kaum Anlass einzugreifen. Selbst die Anzahl der Frühstarts hielt sich in Grenzen, am Sonntag schafften es die Laser völlig ohne Frühstart über die Linie. Vielleicht lag es an Corona. Jedenfalls waren die jungen Sportsfreunde gefühlt viel entspannter als bei früheren Ranglistenregatten kurz vor dem Saisonende, wo oftmals schon sehr verbissen um jeden Platz und Punkt gekämpft wurde. In diesem Jahr überwog deutlich der Spaß am Segeln.
Dennoch wurde hochklassig gesegelt und die Ergebnisse, die Zieleinläufe und Platzierungen waren hart umkämpft. Aber mit hoher Fairness!
Entsprechend lagen die Gesamtergebnisse oftmals nach den fünf Wettläufen dennoch sehr dicht beieinander.
In der größten Klasse, Laser Radial, siegte z.B. Konstantin Kloß vom Müggelsee punktgleich vor Hannes Braune vom Segelklub Märkischer Adler. Beide erreichten acht Punkte und letztlich entschied erst die letzte Wettfahrt und da hieß es eben Kloß vor Braune. Dritter mit 13 Punkten wurde Malte Leinert von Ciconia Storkow, vierte Dora Gomercic, wie oben erwähnt, auf dem holländischen Boot. Milo Pachali von den Gastgebern Stahl Finow kam mit 29 Punkten und damit punktgleich zum Platz 8 leider nur auf den 9. Platz. Gemeldet war 17 Segler/innen.
In der zweitgrößten Klasse, den Laser 4.7, siegte Line-Anneliek Pähler (7 Punkte) vom Norddeutschen Regatta Verein mit einem Punkt Vorsprung vor Henrik Köhler vom Eisenbahner Segel Verein Kirchmöser und Martin Erdmann vom Sail-Lollipop Regatta Verein (13 Punkte), und auch hier hatten erst die Ergebnisse der letzten Wettfahrt diesen Punktunterschied erzeugt. Die Segler von Stahl Finow, die allesamt erst in dieser Corona-Saisson vom Opti in die niedrigste Laser-Klasse gewechselt waren, erreichten die Plätze 7 (Niklas Büttner, 26 Punkte), 9 (Silas Pachali, 31 Punkte), 11 (Edwin Fielitz, 34 Punkte) und 17 (Timon Siedler, 57 Punkte). Niklas Büttner hätte ggf. sogar noch ein besseres Endergebnis erreichen können, wäre er nicht in der letzten Wettfahrt wegen einer nicht korrigierten Tonnenberührung disqualifiziert worden. Mit einem sehr guten 3. Platz in der 4. Wettfahrt erreichte übrigens Silas Pachali das beste einzelne Wettfahrtergebnis eines SVSF-Sportlers. Nach einer sehr guten ersten Kreuz war zeitweise sogar in Führung gewesen. Auch hier waren 17 Boote gemeldet.
Bei den Opti-Regatta-Seglern (Klasse A) dominierte dagegen ein Segler das Feld. Carl Wolf von Segelclub Fraternitas gewann mit 6 Punkten Vorsprung (gewertet wurden beim ihm nur jeweils zwei 1. und zwei 2. Plätze) vor Amelie Röpke vom Schwielochsee und Franz Lasch, ebenfalls Fraternitas. Gemeldet waren hier 22 Seglerinnen, von denen dann aber noch einige kurzfristig auf andere Regatten an Nord- und Ostsee umschwenkten, so dass letztlich nur 15 Teilnehmer für die Rangliste gewertet werden konnten.
Besonders spannend war das Ergebnis bei den jüngsten Seglern, dem gemeinsamen Feld von B und C. Hier dominierten die Mädchen unter den 29 gemeldeten Starterinnen und zeigten den Jungs ihre deutliche taktische Überlegenheit, die diese auch nicht körperlich ausgeglichen konnten. Platz 1, 2, 3 und 5 gingen an die Mädchen! Johanna Kugel siegte souverän mit ebenfalls zweimal Platz 1 und zweimal Platz 2 (= 6 Punkte) vor Luisa Helene Kloß (beide vom Müggelsee), gefolgt von Lenja Melchert und Magnus Herbach, beide Freie Vereinigung der Tourensegler Berlin. Im Gesamtfeld zwar nur auf den Plätzen 13 (Matti Zerson), 20 (Ole Reinhardt) und 23 (Fritz Sievers), aber als C-Segler extra gewertet kamen die jüngsten Segler von Stahl Finow (alle bei ihrer jeweils ersten Regatta) in der C-Wertung auf die Plätze 1 -3! Wobei aus Trainer-Sicht ihre größte Leistung sicher darin bestand, alle fünf Wettfahrten unter den beschriebenen Witterungsverhältnissen und in einem höher klassigen Feld durchgehalten zu haben!
Vor diesem Hintergrund dankte der Abteilungsleiter Segeln als Gastgeber zum Abschluss der Regatta allen Teilnehmern noch einmal für ihre Anreise und ihren fairen, sportlichen Umgang miteinander und lud sie bereits zur Folgeveranstaltung in 2022 ein. Namentlich die Gewinner der Wanderpokale in den Opti-Klasse müssen diese ja verteidigen oder im nächsten Jahr an die neuen Sieger weiter geben.

Frühjahrsregatta 2021 trotz Corona

Streamline

Trotz der andauernden Corona-Pandemie, konnten die Segler des SV Stahl Finow e.V. am vergangenen Samstag ihre geplante Frühjahrsregatta in diesem Jahr erfolgreich durchführen, wenn auch natürlich mit Einschränkungen.

Streamline
Streamline mit Hendrik Reinhardt, Paul und Tobias Dressler

Dass die Segler damit gegenüber anderen Sportarten, auch und gerade den Indoorsportarten im eigenen Verein, privilegiert sind, ist ihnen durchaus bewusst und natürlich auch im Gesamtverein diskutiert worden.

Aber die Besonderheit des Segelsports ist eben neben der relativ geringeren Bedeutung von Alters- oder Geschlechtsspezifik der Abstand, der grundsätzlich zwischen den einzelnen Booten und zum Teil auch an Bord herrschen sollte. Zudem ist die Mannschaftsstärke selbst bei den größten Booten auf dem Werbellinsee mit maximal drei Seglern vorgegeben und wird höchstens durch Mitnahme des Familiennachwuchses überschritten.

Bei den stabilen Inzidenzwerten im Landkreis Barnim, traute sich mithin die Abteilungsleitung Segeln eine Corona-konforme Durchführung eines sportlich fairen Wettbewerbes zu und konnte dies im Gegensatz zum Vorjahr auch kurzfristig stemmen, inklusive Hygienekonzept an Land.

Gemeldet hatten 2021 insgesamt 29 Boote mit über 50 Seglern vom gesamten Werbellinsee und natürlich vor allem vom ausrichtenden Seglerverein. Die Boote wurden von Wettfahrtleiter Lars Schulz zur weiteren Entzerrung in zwei Gruppen geteilt und starteten ab 13.00 Uhr zeitversetzt; einmal die 15 Kielkreuzer und einmal die elf Jollen und drei Jollenkreuzer.

Auf ein vorbereitendes Treffen zuvor an Land wurde verzichtet. Die Vorbesprechungen mussten komplett online durchgeführt werden.

Bei sonnigem Wetter und zwei bis drei Windstärken vorrangig aus Süd-West, aber zum Teil stark drehend, begannen die Wettfahrten unweit des Barschberges mit einer kurzen Kreuz zur Luv-Tonne als Ablauftonne. Dann folgte der lange Vorwind-Kurs bis zur Lee-Tonne unweit der Wasserskistrecke bei Joachimsthal und abschließend die noch längere Kreuz über den gesamten See zurück zum Ausgangspunkt, denn die Start- markierte auch die Ziellinie.

Der härteste Kampf entbrannte von Anfang zwischen den Kielkreuzern „SMY“ (einer Soling unter Regattaobmann Carl Duhn) und „Streamline“ (einem offenen Kielkreuzer unter Schatzmeister Hendrik Reinhardt). Die Streamline startete mit „Frühstart“ und musste korrigieren, also wenden, hinter die Startlinie zurückkehren und ein zweites Mal starten. Die SMY dagegen startete mit „Nullstart“ perfekt und war mithin an der Luv-Tonne das erste passierende Boot. Auf dem langen Vorwind-Kurs gelang es jedoch der Crew der Steamline (außer Reinhardt noch Paul und Tobias Dressler), die SMY abzufangen und auf der Kreuz dann sogar deutlich hinter sich zu lassen. Mit einer gesegelten Zeit von einer Stunde und 31 Minuten (1:31) wurde eine außerordentlich schnelle und rekordverdächtige Runde gesegelt. Der Abstand auf die SMY als 2. Boot betrug im Ziel 13 Minuten, der Abstand zu den langsamsten Booten sogar mehr als eine Stunde!

Das „Blaue Band“ vom Werbellinsee ging damit 2021 eindeutig an die „Steamline“. Glückwunsch!

Der Sieg der Wettfahrt aber ging an die SMY, da die gewertete Wettfahrzeit letztlich nach dem rechnerischen „Rennwert“ der einzelnen Boote berechnet wurde (so genannte „Yardstick-Wertung“). Mithin schrumpfte der Zeitvorsprung von 13 Minuten auf einen Rückstand von 57 Sekunden und schob die „Streamline“ auf Platz 2. (Vielleicht hätte es ohne den Frühstart gereicht?)

Platz 3 bei den Kielkreuzern ging verdient an die Crew von Thomas Weidner mit weiteren zwei Minuten berechnetem Rückstand.

Aber auch bei den Jollen und Jollenkreuzern wurden intensiv gekämpft, wobei auch hier aufgrund der Rennwerte die gesegelten nicht vollständig mit den gewerteten Platzierungen übereinstimmten.

Bei den Jollen wurden sieben der elf Boote von Jugendlichen aus dem Landesstützpunkt Segeln geführt und diese zeigten den erwachsenen Seglern deutlich, wie gut sie ihre Boote bereits beherrschen. Nur mit Mühe und einem gewerteten Vorsprung von ca. zwei Minuten konnten Christopher Jantz und Christian Eckart, u.a. Brandenburger Meister in der Klasse Pirat, den Sieg bei den Jollen holen und die Jugend auf Distanz halten; Platz 2 – 6 aber gingen an Nachwuchssegler vom Verein auf verschiedenen Einhandbooten der Laser-Klassen (in der Reihenfolge: Silas Pachali, Milo Pachali, Edwin Fielitz, Timon Siedler und Tom-Luca Voigt).

Bei den 20er-Jollenkreuzern als abschließender Wertungsgruppe siegte mit letztlich acht Minuten gewertetem Vorsprung verdient ebenfalls ein ehemaliges Mitglied der Stahl Finower Jugendgruppe, nämlich Jasmin Schmidt mit Crew Maik Jäkel vor Nils Hempel mit Crew Henry Hempel und Ulf Ploschenz sowie Martin Sieker mit Crew.

Im Ergebnis war es ein anspruchsvolles Rennen und ein guter Saisonauftakt für den Verein wie auch den diesjährigen Segelsport auf dem Werbellinsee, wenn auch wegen der Corona-Pandemie die Siegerehrung in diesem Jahr nur online stattfinden konnte und auch das übliche gemütliche Zusammensein im Nachgang des Wettkampfes diesmal ausfallen musste.

(Alle Ergebnisse unter www.stahl-finow-segeln.de.)

Toralf Reinhardt

67. Werbellinseeregatta 2019

  • Hochklassiger Segelsport bei anspruchsvollen Bedingungen
  • Eckart/Jantz von Stahl Finow werden Landesmeister bei den Piraten

Unter durchaus anspruchsvollen Bedingungen fand am vergangenen Wochenende die 67.Werbellinseeregatta der Segler von Stahl Finow statt, diesmal nahezu unter Rekordbeteiligung.

20er Jollenkreuzer auf Backbordbug

Nach dem zahlenmäßigen Einbruch der Teilnehmerzahlen vor drei Jahren, war dem Verein bereits im Vorjahr die Stabilisierung gelungen und in diesem Jahr wurden die Vorjahresteilnehmerzahlen noch einmal deutlich getoppt. Zudem wurde die Werbellinseeregatta erneut in zwei Bootsklassen auch Landesmeisterschaft gewertet.

Mit fast 100 Booten in fünf Bootsklassen und mehr als 220 Teilnehmern auf dem Wasser, war die Regatta schon eine eindrucksvolle Kulisse sowohl für das Seglerherz als solches als auch die zahlreichen Schaulustigen, die bei gutem Sommer-Sonnen-Wetter vom Spring und vom Süßen Winkel oder der vorbeifahrenden „Altwarp“ aus spannende Wettkämpfe sehen konnten.

Neben den traditionellen Bootsklassen 20er-Jollenkreuzer, XY-lon und Pirat, waren diesmal sogar zwei Jugendklassen am Start, zusätzlich zu 420er-Jollen erstmals die neue Eventklasse 29er mit neun Booten. In allen anderen Klassen waren jeweils zwischen 18 und 25 Boote am Start, so dass immer auch eine Wertung als Ranglistenregatta möglich wurde.

Um den Jugendklassen und vor allem den 29ern optimale Wettkampfbedingungen zu bieten, hatte sich der Verein wie sonst bisher nur zum Askaniercup zur Teilung in zwei Startfelder entschieden. Unter Wettfahrtleiter Olaf Winkelmann starteten die drei traditionellen Erwachsenenklassen, während die Jugendboote unter Wettfahrtleitung von Christoph Laska separiert segelten. Dies forderte den Verein insbesondere im Hinblick auf die personellen und technischen Ressourcen, denn zwei Felder bedeutete jeweils zweimal Start- und Zielschiff, Schiedsrichter, Absicherungs- und Begleitboote. Und zusätzlich war nach den guten Erfahrungen des Vorjahres auch wieder ein Rot-Kreuz-Boot mit einer ausgebildeten Krankenschwester unterwegs; ein Arzt nahm als Segler teil, hätte aber jederzeit herausgelöst werden können. Um all dies organisatorisch abzusichern, mussten fast 30 Sportsfreunde auf die eigene Wettkampfteilnahme verzichten. Vor dem Hintergrund der gleichzeitig stattfindenden 140-Jahr-Feier zur Errichtung des Askanierturmes durch die Gemeinde Schorfheide und der starken Teilnehmerzahl war zudem die technische und logistische Unterstützung durch die Kanuten als Nachbarabteilung wieder unverzichtbar.

Gesegelt wurde auf dem westlichen Werbellinsee zwischen der Barschberg-Absperrung und Altenhof, wobei aufgrund der vorherrschenden südwestlichen Winde aus Richtung Altenhof in Richtung Eichhorst gestartet wurde, mit den Luv-Tonnen jeweils als westliche Begrenzung. Die Erwachsenen segelten vorrangig sogenannte „Olympische Kurse“, für die schnellsten Boote, die 20er-Jollenkreuzer, mit Zusatzdreieck, die Jugendlichen dagegen vorwiegend „Up-and-Down“-Kurse mit Luv-Tor. Der Wind war durchgängig ausreichend und frischte zeitweise auf mehr als 20 Knoten Windgeschwindigkeit bzw. fünf Windstärken bei leichten Drehungen auf, sodass insgesamt über beide Tage mehr als 10 Boote mindestens einmal unfreiwillig kenterten. In einem Fall erwischte es sogar einen der erfahrensten Wettfahrtsegler mit einem 20er Jollenkreuzer. Und während es die sportlichen Jollensegler im Regelfall schafften, ihre Boote innerhalb der Wettfahrt selbst wieder auf zu richten, war dies hier nicht mehr ohne technische Hilfe von den Sicherungsbooten möglich, was zugleich den Abbruch dieser Wettfahrt für die betroffenen Segler bedeutete. Aber natürlich nicht den Abbruch der Regatta. Auch leichtere Materialschäden waren zu verzeichnen, z.B. eine ausgerissene Fock (Vorsegel), sowie einige leichtere Verletzungen. Im Ergebnis war auch der Einsatz des Rot-Kreuz-Bootes wieder zielführend, allerdings gab es hier auch den einzigen wirklich negativen Zwischenfall, und zwar mit Surfern, die gar nicht zum Regattafeld gehörten, aber mehrfach durch den (Schifffahrtspolizeilich genehmigten) Absperrbereich unweit der Luv-Tonnen fuhren und dabei insbesondere die Jugendboote behinderten. Und auf diesen Verstoß gegen die Binnenschifffahrtsstraßenordnung angesprochen, beleidigten sie dann sogar noch den Bootsführer des Rot-Kreuz-Bootes. Ein Wort gab das andere und zum Schluss wurde sogar noch die Wasserschutzpolizei informiert, die allerdings gerade einen anderen Einsatz hatte…

Im Ergebnis schafften beide Wettfahrtleiter nach dem ersten Start am Sonnabend um 11 Uhr mit allen Klassen jeweils drei regelkonforme Wettfahrten und am Sonntag nach 10 Uhr noch einmal jeweils zwei, so dass letztlich in allen Klassen wie ausgeschrieben jeweils fünf Wertungsläufe erreicht worden waren, was für jede Crew die Streichung der jeweils schlechtesten Wertung ermöglichte. Dabei waren die Wertungen jeweils hart umkämpft und der Punktabstand zwischen Siegern und Platzierten im Endergebnis in keiner Klasse wirklich gravierend. Und wenn am Samstag aufgrund des relativ starken Windes sehr regelgetreu gesegelt wurde, so dass keine Frühstarts zu verzeichnen waren, so änderte sich dies am Sonntag mit den leicht schwächeren Winden sofort. In einer Klasse waren hier drei Frühstarts nacheinander zu bewältigen, sodass hier durchaus ein zeitlicher Verzug spürbar wurde, aufgrund der vorgegebenen Streckenlänge vor allem auf der Rückfahrt in den Hafen.

Im Ergebnis kann Stahl Finow sehr zufrieden sein:

Mit den Sportsfreunden Christian Eckart und Christopher Jantz in der Bootsklasse Pirat ging der Landesmeistertitel an die Gastgeber mit 12 Punkten nach fünf Wettfahrten, auch wenn in der offenen Wertung der Regatta selbst noch Phyllis und Donald Lippert vom Yachtclub Berlin Grünau vor ihnen gewertet wurden (9 Punkte), die auch die jeweils schnellste erste Kreuz, den sogenannten Horst-Bierbrauer-Pokal gewannen. Dritte von insgesamt 24 Booten wurden hier Andreas Magnus Ebel und Martin Ebel aus Güstrow. Die anderen Stahl Finower Segler belegten die Plätze 22 und 23, wurden also zumindest nicht letzte.

Auch in der Königsklasse, den 20er Jollenkreuzern, wurde der Stahl-Finower-Segler Tino Baldewein mit Crew Rene Vomering und Matthias Huhn insgesamt Zweiter (!) vor Jörg Witte mit Crew Karsten Schultz und Florian Weichert vom Tegeler SC. Der Sieg und die (hier offene) „Krone“ des Landesmeisters ging an aber Armin Eismann mit Crew Stefan Henkel und Bernd Muschke vom Berliner Segel-Club Argo mit zwei Punkten Vorsprung vor Baldewein. Aufgrund des unterschiedlichen Rennwertes der einzelnen 20er, waren hier aber noch zwei weitere „Erste“ in den langsameren Klassen B (Christian Höfer mit Crew aus Kirchmöser) und Klasse C (Stefan Lauk mit Crew von Stahl Finow) zu ehren. Auf den Plätzen folgen dann noch sieben weitere Boote vom Gastgeber; ein gutes Zeichen der Sportlichkeit!

XY-lon-Klasse

Ebenfalls neun eigene Sportboote von Stahl Finow starteten auch in der XY-lon-Klasse und sicherten damit den dortigen Siegern Bärbel und Stefan Klaus vom Schweriner Yachtclub sowie den Platzierten Thomas Heide/ Frank Steinmeyer sowie Mike Bartel/ Claudia Müller von den Lindower Regattaseglern zumindest ein wertiges Ergebnis, wenn sie sich auch keinen Platz im Spitzenfeld ersegeln konnten. Bei den Jugendklassen war dies ähnlich, wobei der 29er bisher bei Stahl Finow im Verein noch gar nicht gesegelt wird. Entsprechend gingen hier Sieg und zweiter Platz nach Potsdam an Marc Handschug/ Bastian Herrmann sowie Maxime Brevart/ Titus Schildhauer sowie Platz 3 nach Berlin (Amal Zschech/ Hakon Hertwig). Und bei den 420ern gingen sogar alle drei ersten Plätze nach Berlin, allerdings immerhin Platz 1 an Lisa-Marie Kühn/ Leon Forche vom PSB Dahme, die seit vielen Jahren immer wieder gerne Gast bei Stahl Finow und auch regelmäßige Teilnehmerin an dessen Trainingslager ist. Platz 2 ging an Frederik van Lawik/ Darian Wöhlert und Platz 3 an Clara Rietz/ Hannah-Sophie Weggässer. Die drei teilnehmenden Boote von Stahl Finow belegten hier Platz 12, 15 und 16.

29er

Toralf Reinhardt

Askaniercup 2019

Der Opti-Sieger kam aus Essen

Spannendes Finale bei den Laser Radial – in der allerletzten Wettfahrt!

Mit dem 4. Askaniercup, d.h. der gemeinsamen Opti-Laser-Ranglistenwettfahrt,  haben die Segler von Stahl Finow am vergangenen Wochenende wieder ein aus seglerischer Sicht anspruchsvolles und anstrengendes Sportereignis erfolgreich organisiert und durchgeführt.

Mutmaßlich aufgrund des ungünstigen frühen Ferienbeginns in Berlin und Brandenburg, aber auch einem bundesweiten Trend folgend, war die Beteiligung in diesem Jahr etwas geringer als in den Vorjahren. Aber es konnten wieder alle fünf traditionellen Klassen gestartet werden, wenn es auch bei den Lasern Radial diesmal nicht für eine Ranglistenwertung reichte. Und als letzte Ranglistenregatta vor der Deutschen Meisterschaft waren auch diesmal wieder einige Gäste aus anderen Bundesländern dabei. Die meisten Segler kamen aber natürlich aus Berlin und Brandenburg. Jugendwart Maik Jäckel vom Gastgeber schickte 10 Seglerinnen und Segler ins Rennen.

Insgesamt gut 60 Boote waren am Start und der Segler mit der weitesten Anreise sollte schlussendlich auch das beste Resultat mit nach Hause nehmen können. Aufgrund der durchaus unterschiedlichen seglerischen Fähigkeiten war es nötig, insgesamt drei verschiedene Kurse auf dem Werbellinsee auszulegen. Und für jeden Kurs war ein entsprechend qualifizierter Wettfahrtleiter mit einer entsprechenden Crew erforderlich. Für die beiden Laser-Klassen konnte als Gast vom Revier Brandenburg der Sportsfreund Knut Hohenstein gewonnen werden, die Opti-Anfänger betreute Lars Schulz vom Gast gebenden Verein und die problematischsten Klassen Opti B und Opti A betreuten Christoph Laska von Stahl Finow und Ron Wiesner vom Yachtclub Schorfheide Joachimsthal gemeinsam. Verteilt über den gesamten See vom „Süßen Winkel“ bis kurz vor Altenhof konnten zahlreiche Schaulustige von Land und See aus spannende Wettkämpfe mit ansehen, insbesondere die vielen Badegäste vom Spring hatte einen hervorragenden Blick auf die einzelnen Wettfahrten und dabei vor allem die schnellen Laser-Boote.

Das Wetter war „in Ordnung“, es regnete nicht, aber der Wind hätte durchaus stärker sein können. Insbesondere am Sonntag musste regelmäßig gemessen werden, ob die Wettfahrtbedingungen noch regelkonform sind, da die östlichen Winde zeitweise bis auf zwei Knoten Geschwindigkeit abflauten und dadurch auch die einzelnen Wettfahrten etwas länger als vom Grunde her zulässig wurden. Zu den Starts waren die nötigen vier Knoten aber immer vorhanden und unter leichtem Drehen kamen nach den Flautephasen immer wieder Zeiten mit mehr Wind. Hier waren namentlich die fortgeschrittenen Optis, die am weitesten in Richtung Altenhof segelten, bevorzugt. Denn durch Breite des Werbellinsees an dieser Stelle konnte sich der wenige Wind richtig aufbauen und dazu kam, dass durch das Segeln mit Inner- und Außer-Loup die beiden Klassen auch genügend Platz auf dem See zur Entfaltung hatten und dem Wind folgend segeln konnten.

Letztlich schafften sowohl die beiden Laserklassen als auch die beiden fortgeschrittenen Opti-Klassen jeweils am Sonnabend 4 und am Sonntag 2, d.h. insgesamt 6 Wettfahrten und auch bei den Anfängern standen zum Schluss 5 auf dem Papier. Dadurch konnte in allen Klassen jeder Segler bzw. jede Seglerin ihr schlechtestes Resultat streichen und einen ausgewogene Gesamtwertung erreicht werden. Dabei wurde insgesamt fair gesegelt, wenn es auch am Samstag mehrere, z.T. unbegründete Proteste z.B. wegen unerlaubten Vortriebes (typisch für Wenig-Wind-Wettfahrten!) gegeben hatte und sowohl am ersten als auch am zweiten Wettfahrttag die ungeduldigen unter den Seglern mehrere Frühstarts zu verantworten hatten. Sachschäden blieben dafür aufgrund der vergleichsweise geringeren Geschwindigkeiten aus.

Im Ergebnis ging der Sieg in der spannendsten Klasse, nämlich den bei besten Opti-Seglern, die demnächst auf den Laser (oder 420er) umsteigen wollen, tatsächlich an den Essener Turn- und Fechtverein! Paul Sigge vom ETFV hatte unmittelbar vor der Deutschen Meisterschaft offenbar noch ein paar Rangliste-Punkte gebraucht, andererseits die Zweit- und Drittplatzierten Berliner Eva Wiese und David Buchler mit drei Siegen, einem 2. Platz, einem 4. Platz und einem –gestrichenen- 5. Platz auch deutlich  in die Schranken verwiesen. Bester Brandenburger wurde hier Hannes Braune vom Segelverein Märkischer Adler auf Platz 5, der beste Segler von Stahl Finow war hier Milo Pachali auf Platz 19 von 25.

Der jüngere Bruder Silas Pachali belegte dafür bei den Optis B den 5. Platz von 23 Seglern, wobei Finn Rustler von der Tegeler Segelgemeinschaft vor Amelie Röpke vom Schwielochsee siegte. Weitere Segler von Stahl Finow waren Edwin Fielitz auf Platz 16, Timon Siedler auf Platz 21 und Meta Siedler auf Platz 23, wobei beide aber erst seit kurzem in der Leistungsklasse B segeln.

Bei den Anfängern gingen im Übrigen der 1. und der 2. Platz an ein Mädchen, womit erneut die relative Gleichwertigkeit der Leistungen aller Geschlechter beim Segeln augenscheinlich ist.  Segeln ist ein Sport für Körper und Geist, der Ausdauer und Kraft zugleich verlangt; aber nicht immer von allem gleich viel! Hinter Karoline Lander vom Müggelsee landete Henrike Ploschenz vom Gast gebenden Stahl Finow und mit Max Willi Fenger vom Eisenbahner Segelverein Kirchmöser erreichte hier der erste Junge den Platz 3.

Und ebenso siegte Sophie Isabel Elbrandt von den Lindower Regatta Seglern in der Jugendklasse Laser 4.7, die mit insgesamt 10 Startern glücklich die Bedingungen für eine Ranglistenwertung erfüllte. Leider war hier kein Starter von Stahl Finow dabei.

Abschließend –und das sei betont- siegte in der bei dieser Regatta größten Bootsklasse Laser Radial jedoch Friedrich Kräft punktgleich vor Tom Zwicker, beide Stahl Finow! Und beide hatten jeweils drei Siege und drei 2. Plätze in ihrer Bootsklasse erreicht, so dass der Sieg an Friedrich Kräft nur deshalb ging, weil er die letzte von allen Wettfahrten auf der letzten Kreuz für sich entscheiden konnte. Spannender geht es nicht und ein toller Saisonabschluss!

Glückwunsch an alle Sieger und Platzierten!

Jetzt folgt für alle ambitionierten Regattasegler die Deutsche Meisterschaft, diesmal in Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern  als Saisonabschluss 2018/19 und für Stahl Finow beginnt mit dem traditionellen Trainingslager vom 21.-26.07.19 die neue Regattaserie 2019/20!

Toralf Reinhardt

Bilder zum Askaniercup 2019

Sportlicher Kielkreuzerauftakt 2019

Jasmin Schmidt siegt auch in der Kreuzerklasse

Eine hervorragende Teilnahme und sehr gute bis anspruchsvolle Segelbedingungen machten die erste Wettfahrt der diesjährigen Kielkreuzerregatta der Segler zu einem vollen Erfolg für die Gastgeber vom Sportverein Stahl Finow e.V.

20 Boote, d.h. aber auch gut 50 Seglerinnen und Segler aus vier Vereinen kämpften am 01.  Juni in zwei Klassen fair und sportlich um die Plätze. Neben den Gastgebern von Stahl Finow waren das natürlich unsere Segelfreunde vom Yachtclub  Schorfheide Joachimsthal und vom SWVW Altenhof, aber auch ein Team vom Parsteinsee.

Nachdem an der Frühjahrsregatta vor zwei Wochen bereits 19 Kielkreuzer teilgenommen hatten, war diesmal noch ein Boot mehr am Start. Wettfahrleiter Martin Sieker hatte das Gesamtfeld entsprechend der Ausschreibung in zwei Klassen von neun bzw. elf Booten eingeteilt, einmal die schnelleren Boote mit einem Yardstick-Faktor bis zu 113 und dann die langsameren mit einem höheren Faktor von bis zu 128, den Wert hat der „Milan“ von Familie Ebert.

Traditionell wird die Gesamtregatta für die größten Boote  vom Werbellinsee in zwei Wettfahrten gesegelt, einmal im Mai/Juni und einmal im September. Wobei bereits die Wettfahrt am 01.06.19 ungefähr die doppelte Länge gegenüber der zwei Wochen vorher stattfindenden offenen Frühjahrsregatta für alle Bootsklassen hatte.

Martin Sieker hatte diesmal drei Tonnen legen lassen; die Boje 1 vor dem Spring, die Boje 2 vor Altenhof und die Wendeboje 3 vor der Wasserskistrecke. Im Regelfall wurde Backbord gerundet, nur die Boje 2 musste naturbedingt auf der Kreuz im Gegensatz zum Raumschoot- bzw. Vorwindkurs an Steuerbord bleiben. Der Gesamtkurs musste zweimal nacheinander absolviert werden, wobei auf der letzten Kreuz dann die Start- auch wieder zur Ziellinie wurde.

Die Startlinie lag vor dem Campinplatz Spring, so dass zahlreiche Zuschauer vom Ufer aus den Start beobachten konnten und vor allem, um regelkonform gegen den Wind zur Boje 1 starten zu können. Pünktlich um 11.00 Uhr erfolgte das Startsignal und viele Jachten waren unmittelbar an der Linie. Fast alle starteten mit Backbordbug und viele nahe vom Startschiff, um möglichst auf kurzem Wege zur Boje 1 zu kreuzen.  Außerdem war bei leicht drehendem Wind die Starttonne nicht so weit bevorteilt, dass sich ein Start auf Steuerbord empfohlen hätte.

Trotz des relativ großen Feldes segelten sich auf der kurzen Kreuz bereits zu diesem Zeitpunkt die „Sephia“, das H-Boot von Stefan Lauk, und die „Charon“, der Soling von Willi Mews (beide Stahl Finow), frei und gingen als erste um die Wendemarke auf die Vorwindstrecke und waren von da an für alle anderen Boote auch nicht mehr einzuholen. Stefan Lauk hatte als Crew diesmal nicht nur seinen Neffen Paul Pinkau dabei, sondern als Steuerfrau Jasmin Schmidt angeheuert, die vor zwei Wochen bereits die Frühjahrsregatta auf dem „Feuervogel“ von Maik Jäckel gewonnen hatte. Und trotz permanentem Kampf von Willi Mews und seiner Crew Carl Duhn und Luisa Kolenda, beherrschte Jasmin offenkundig auch den Kielkreuzer und gewann letztlich nach ca. gut 30 Kilometern und über zwei Stunden und zehn Minuten Wettfahrt verdient mit 50 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten, wobei in der Regattawertung aufgrund ihres schlechten Yardstickfaktors sich dann sogar noch die „Nessie“ von Olaf Winkelmann mit Crew Robert und Dirk Wilke zwischen die beiden anderen Boote schob und rechnerisch Zweiter wurde.

Einen guten Start hatten aber auch die „Reara“ von Werner und Petra Kroll mit Crew Toralf Reinhardt und Margit Kerkow, die letztlich Vierte hinter den drei deutlich kleineren o.g. Booten wurden, sowie die „Selekta“ von Hans-Joachim Gerlach mit Crew Stefan Knoll und Maik Schade. Skipper Gerlach war an der Boje 1 noch deutlich hinter der „Reara“  auf den Vorwindkurs gegangen, hatte aber den Abstand permanent verringert und die „Reara“ dann auf dem ersten Schenkel von der 2 zur 3 mit einer tollen seglerischen Leistung in Lee unterlaufen. Obwohl er in der Folge ca. zweieinhalb Minuten Vorsprung heraussegelte (Zielzeit 2:21 Stunden), wurde er aufgrund seines guten Rennwertes letztlich aber nur als 7. gewertet. Nur 40 Sekunden nach ihm kam dann mit der „Aphrodite“ von Gerd Ritter und Crew Florian Lamprecht sowie Volker Keuchel dann bereits das erste Boote der langsameren Klasse ins Ziel; auch dies eine tolle seglerische Leistung, denn die gewertete Zeit war nur 4 Sekunden langsamer als die von Gesamtsiegerin Jasmin Schmidt.

Aber auch auf den hinteren Plätzen wurde sich nichts geschenkt. Es wurde hart am Wind gesegelt. Trotz böigen und leicht drehenden Windes aus Süd bis West mit Stärken bis zu 5 Beaufort und einzelnen Böjen in 6, wurden keine Reffs geschlagen. Die großen Boote fuhren mit Genua statt Fock und die kleineren führten sogar die Spinacker, trotzdem brauchte die langsamste Jacht mehr als drei Stunden für den Gesamtkurs. Größere Schäden blieben zum Glück aus, ein Zusammenstoß der Masten von „Reara“ und „Venti Amica“ nach einer plötzliche Böe im Begegnungskurs zwischen den Bojen 2 und 3, führte zwar zur Beschädigung von Windmesser und Verklicker, hätte aber wesentlich schlimmer ausgehen können.

Entsprechend gespannt sind die Kreuzer-Seglerinnen und Segler jetzt bereits auf die Herbstwettfahrt am 21.09.; nächster Höhepunkt bei Stahl Finow ist jetzt aber der Askaniercup am ersten Ferienwochenende (22./23.06.).

Toralf Reinhardt

Theorie- und Athletik-Test 2019


Am 23.02.2019 machten sich sechs Jugendliche von Stahl Finow auf den Weg zum Theorie- und Leichtathletiktest nach Storkow. Diese traditionelle Saisonauftakt der Segler in Brandenburg zieht jährlich die besten jungen Seglerinnen und Segler aus den sechs Revieren zum Leistungsvergleich der sportlichen Fähigkeiten und der theoretischen Kenntnisse zusammen.
So kann jeder Verein sehen, wo er steht, an welchen Stellen er noch arbeiten muss oder wo er vielleicht besser ist als Andere. Stahl Finow war mit folgenden Kindern unterwegs, und diese haben folgende -ausbaufähige- Platzierungen erreicht.
Platz Teilnehmer
30 Erik Schwarte
36 Milo Pachali
55 Niklas Büttner
73 Silas Pachali
80 Timon Siedler
85 Ben Lehmann
Dabei waren die Ergebnisse im Einzelnen durchaus zufriedenstellend, aber entwicklungsfähig. Fünf der Stahl Finower traten in der Altersklasse U 14 an und namentlich Erik Schwarte kam in der U-14-Gesamt-Wertung auf einen hervorragenden Platz 2. Neben guten 115 Punkten im Theorietest, brachte er dabei folgende Einzel-Leistungen: Kastenbumerang in 27,7 Sekunden, Wendelauf in 9,67 Sekunden, 32 Klimmzüge im Schrägliegehang, 35 Liegestütze, 60 x Aufrichten aus der Rückenlage (Maximalwert in der U 14), 1,87 Meter in Schlussweitsprung und 10:50 Minuten im 3000-m-Lauf.
Die anderen Teilnehmer erreichten hier folgende Platzierungen: Niklas Büttner den 4. in der Jungen – und den 6. in der Gesamtwertung, Silas Pachali den 11. (19.), Timon Siedler den 16. (26.) und Ben Lehmann kam auf Platz 18 (31) auch noch erfolgreich ins Ziel. Der ältere Bruder von Silo, Milas Pachali, kam als einziger Segler vom Werbellinsee in der Kategorie U 16 hier auf den 6. Platz. Alle Stahl Finower haben somit gezeigt, dass sie den Anforderungen der Segelsaison wohl gewachsen sein werden und freuen sich auf die kommende Sommerzeit, die auf dem Wasser mit den ersten Regatten gerade beginnt und ihre ersten Höhepunkte zum traditionellen Oster-Trainingslager sowie dem folgenden Intensiv-Wochenende haben wird.

Der Stahl-Finower-Trainer Paul Pinkau und Jugendwart Maik Jäckel haben dabei nicht nur die Kinder vor Ort, sondern auch den Verband Brandenburger Segler bei der Auswertung des Theorietests unterstützt. Und unterstützt wurde auch die Anfahrt nach Storkow – nämlich durch die Väter Andreas Pachali, Dirk Büttner und Martin Lehmann.

Winterprojekt: Opti-Baustelle Teil 1

Wir haben im Verein einige betagte Optimisten, die intensiv im Anfängertraining der letzten Jahre genutzt wurden. So bleibt es nicht aus, das diese Boote diverse Schäden aufweisen und für weitere Jahre eine ausführliche Instandsetzung sinnvoll erscheint. So haben sich einige Vereinsmitglieder jeweils einen Optimisten-Rumpf nach Hause genommen, um die umfangreichen Arbeiten in aller Ruhe und Gründlichkeit in der heimischen Werkstatt zu erledigen.

In Altlandsberg ist auch einer angekommen, in einer kleinen Serie werde ich versuchen, die Fortschritte zu sammeln. Heute beginnen wir mit der Dokumentation der Schäden:

 

Laut dem Schild wurde dieser Optimist im Jahr 1978 zusammengebaut

 

Die Bugkante sieht an beiden Seiten so aus.

 

Die Rumpfkanten haben auch deutliche Spuren auf beiden Seiten.

Das Querbrett geht an mehreren Stellen in „Blumenerde“ über.


Wird bestimmt nicht langweilig, Fortsetzung folgt….

 

 

Askaniercup 2018 der Segler von Stahl Finow

4. Askaniercup: Spannende Wettkämpfe und sportliche Höchstleistungen

Der 4. Askaniercup war seglerisch anspruchsvoll und organisatorisch ein großer Erfolg für die Segler von Stahl Finow. Nach den Melde-Problemen vom Vorjahr hatten sich in diesem Jahr doch wieder 110 Seglerinnen und Segler von ca. 25 Vereinen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt zur diesjährigen Regatta in den fünf Bootsklassen Laser Radial, Laser 4.7 sowie Opti A, B und C angemeldet. Stahl Finow selbst war mit 13 Kindern und Jugendlichen bei den Lasern Radial sowie den Opti-Anfängern und Fortgeschrittenen vertreten. Der Askanier-Cup ist traditionell die letzte große Regatta vor dem Saisonwechsel im Sommer, der durch die Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften bestimmt wird.

Wetterbedingt war die Regatta Kräfte zehrend und anspruchsvoll. Nach den voran gegangenen heißen und trockenen Sommertagen war es deutlich kälter und feuchter. Gesegelt wurde in diesem Jahr in drei Feldern unter drei Wettfahrtleitern, den beiden Laser-Klassen unter Martin Sieker, den fortgeschrittenen Optis A und B unter Christoph Laska sowie den Anfängern in der Klasse C unter dem Team Jasmin Schmidt und Lars Schulz. Entsprechend wurden zahlreiche Helfer und auch Schiedsrichter von Stahl Finow und mehreren Partner-Vereinen benötigt, insgesamt ca. 30 Sportlerinnen und Sportler unterstützten an Land und auf dem Wasser.

Die fortgeschrittenen Optimisten A und B begannen am Samstag mit kräftigen Winden um 4 Beaufort für die ersten beiden Wettfahrten, drehende Winde auf nördliche Richtungen (vorher West) erforderten dann zwei Kursverlegungen in Folge. Dann Start der dritten Wettfahrt für die Optimisten A mit mehreren Startversuchen, die aufgrund von Frühstartern immer wieder abgebrochen werden mussten. Zum folgenden Start der B-Segler frischte der Wind dann kräftig auf, in Böen dann bis auf 6 Windstärken. Das stellte die Segler vor erhebliche Probleme, sie kämpften mehr ums „Nichtkentern“, als um die Plätze. Deshalb entschied der Wettfahrtleiter Christoph Laska auf Abbruch für die Segler B, die erfahreneren A-Segler fuhren „das Ding“ aber zu Ende. Auch bei den Laser-Segler gab es mehrere vergebliche Startversuche, im Tagesergebnis brachten aber trotz der Bedingungen beide Klassen drei komplette Wettfahrten erfolgreich ins Ziel.
Bei den Opti C wurden von vorne herein nur zwei kürze Wettfahrten geplant und auch absolviert.

Der Sonntag brachte anderes Wetter: Grauer Himmel und Nieselregen, aber dafür auch gleichmäßigen Wind aus West mit 3 Windstärken -zum Segeln fast ideal.
Zwei Wettfahrten für alle Klassen waren am Sonntag das Ziel. Und das wurde erreicht, so dass in jeder Klasse jeweils das schlechteste Ergebnis gestrichen werden konnte.
Die Siegerehrung konnte dann vom stellvertretenden Abteilungsleiter Mario Drechsler und allen Wettfahrtleitern und Schiedsrichtern um 14.30 Uhr etwas vor dem Zeitplan erfolgen. Das Org-Büro hatte schnell gerechnet und gut gearbeitet. Proteste wegen unfairen Segelns gab es kaum. Es gab Wanderpokale für die Sieger in allen Klassen, Urkunden und Erinnerungspreise für alle Optimisten
Eine halbe Stunde später war das Gelände am Werbellinsee wieder komplett leer. Alle Segler hatten mit ihren Booten die Heimreise angetreten.

Im Ergebnis dominierten bei den Lasern die Brandenburger Segler und auch Stahl Finow war gut vertreten. Bei den Optimisten siegten und dominierten dagegen in allen drei Klassen (!) diesmal die Berliner. Bei den großen Lasern Radial siegte Mario Rychlitzki von Einheit Werder mit 5 Siegen in 5 Wettfahrten! Stahl Finower Segler erreichten mit Friedrich Kräft, Tom Zwicker, Ole Kardokus und Nicolas Schypinski hier immerhin die Plätze 4 sowie 6 – 8. Lediglich Platz 5 ging noch an Linda Hensel aus Berlin, punktgleich mit Tom Zwicker. Und da mit 11 Teilnehmern die Bedingungen für eine Ranglistenregatta erreicht wurden, gab es auch wertvolle Punkte für die Landes- und Bundesliste. Bei den Lasern 4.7 reichte es mit 9 Teilnehmern leider nicht für eine Ranglistezählung. Sieg und Platz 2 gignen hier nach Brandenburg zu Marc Handschug und Niels Ruben Otto, Platz 3 erreichte Sophie Isabel Elbrandt vom LRS.

Der Sieg bei den Opti A ging an David Buchler aus Berlin vor zwei weiteren Berlinern. Bester Brandenburger wurde hier Hannes Braune von den Märkischen Adlern auf Platz 4 bei insgesamt 42 gemeldeten Startern. Bei den Opti B siegte Vincent Göbel aus Berlin in einem Feld von 39 Seglern. Der beste Segler von Stahl Finow war hier Milo Pachali, der es in dem starken Feld auf einen beachtlichen Platz 5 geschafft hatte. Niklas Büttner als 7. zeigte ebenfalls eine starke Leistung, Silas Pachali (19.), Edwin Fielitz (26.), Timo Siedler (31.) und Tobias Dressler (33.) rundeten das Bild im Ganzen positiv ab.

Und mit den Plätzen 4 (Matti Zerson), 7 (Meta Fielitz) und 8 (Arthus Cangier) bei den 9 gestarteten Anfänger-Optis C sind auch für die Zukunft noch Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar. Der Sieg ging hier ebenfalls nach Berlin an Henry Noack.

Im Ergebnis zeigte sich auch der Stahl Finower Trainer Maik Jäckel mit der Gesamtleistung zufrieden, erkannte aber auch noch einige Defizite in Taktik und Athletik bei seinen Schützlingen.

Toralf Reinhardt

Die kompletten Ergebnisse sind auf unserer Ergebnisseite zu finden: Ergebnisse

Intensiv-Wochenende 2018

Zum traditionellen Intensiv-Wochenende vom 5.5. – 6.5. trafen sich dann 18 junge Seglerinnen und Segler unter der fachkundigen Anleitung von drei Trainern bei guten Segelbedingungen; Temperaturen um die 22 Grad und Wind in Stärken zwischen 1- 3 Beaufort. Geübt wurden die Boots- und Manöverbeherrschung aber auch die Standardsituationen während der Regatta, also Starts und Bojenrundungen; insgesamt ein gelungener Saisoneinstieg. Wir durften auch neue Kinder begrüßen, die so viel Freude hatten, dass sie auch wieder kommen wollen und eine neue 420er Segel- Crew wurde gebildet, die einen sehr guten Einstieg gefunden hat.